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Luftbild
Redaktionsgebäude um 1966

23. April 1946: In Berlin erscheint die erste Ausgabe der Tageszeitung »Neues Deutschland«. Tags zuvor war der Vereinigungsparteitag von KPD und SPD zur SED zu Ende gegangen, deren Zentralorgan - später Organ des Zentralkomitees der SED - das ND bis zum Dezember 1989 blieb. Der Zeitungsname geht auf eine kommunistische Exil-Zeitung in Mexiko zurück, die 1942/43 zunächst als »Alemania Libre« (Freies Deutschland) und ab Januar 1945 als »Nueva Alemania« (»Neues Deutschland«) erschien. Wie die herausgebende Partei wurde auch das ND anfangs paritätisch geleitet: Die ersten Chefredakteure waren Max Nierich (SPD) und Sepp Schwab (KPD). Erstes Domizil des ND war der »Pfefferberg« an der Schönhauser Allee, gedruckt wurden die ersten Ausgaben in der Druckerei des Magistrats von Groß-Berlin in der Linienstraße in Berlin-Mitte. In der Lizenz der Sowjetischen Militärverwaltung wurde eine Auflage von 400.000 Exemplaren mit einem Umfang von 4 Seiten genehmigt - tatsächlich hatte die erste Ausgabe 6 Seiten.

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ND-Gebäude am Franz-Mehring-Platz 1976

Auf Unbotmäßigkeit ließ dies nicht schließen. »Neues Deutschland« entwickelte sich zu einem für die Führung der SED verlässlichen und von ihr auch direkt gelenkten Medium, das dafür sorgen sollte, dass »das Panier der Partei sauber und blank ist«, wie Wilhelm Pieck und Otto Grotewohl in ihrem Geleitwort zur ersten Ausgabe formulierten. Die Chefredakteure Lex Ende (der Sepp Schwab schon im August 1946 folgte) und Rudolf Herrnstadt (Mai 1949 bis Juli 1953), die sich den Vorgaben der SED-Führung nicht so eilfertig unterwarfen und neue Weichenstellungen versuchten, zahlten mit Absetzung und Parteiausschluss. Der antifaschistische Impuls, der die Gründung und ersten Jahre der Zeitung begleitet hatte, wurde mehr und mehr davon überdeckt, Sprachrohr der Mächtigen in der DDR zu sein - ungeachtet eines hochwertigen Sport- und Kulturteils und für den Alltag nützlicher Serviceinformationen, die in der Zeitung zu finden waren. Mit einer Auflage von 1,1 Millionen Exemplaren war ND 1989 zwar "nur" die zweitgrößte Tageszeitung der DDR (die »junge welt« erschien mit 1,5 Millionen Exemplaren), materiell aber bestens ausgestattet. Im neuen ND-Gebäude am Franz-Mehring-Platz, das die Zeitung 1972 bezog, arbeiteten über 500 Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter; die ND-Druckerei war zu damaliger Zeit eine der modernsten in Europa.

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Solidaritätsdemonstration Anfang der 1990er Jahre

Mit der Maueröffnung wandelte sich auch »Neues Deutschland« - zunächst nicht aus freien Stücken und eigenem Antrieb, sondern der beginnenden politischen und gesellschaftlichen Wende in der DDR gehorchend. Im Dezember 1989 wurde ND zur »Sozialistischen Tageszeitung«, blieb über eine GmbH zunächst im Eigentum der Linkspartei, wurde aber Anfang 2007 aus dem parteilichen Besitz entlassen.

Die Redaktion arbeitet seit 1990 ohne redaktionelle Einflussnahme der Eigentümer. Trotz eines erheblichen Auflageverlustes, gravierender Personalkürzungen und existenzieller Auseinandersetzungen mit der Treuhand-Gesellschaft, die das ND zu Beginn der 90er Jahre finanziell zu liquidieren versuchte, konnte die Zeitung sich behaupten. Mit ca. 34.000 täglich verkauften Exemplaren und rund 180.000 Leserinnen und Lesern ist ND in den östlichen Bundesländern nach wie vor die am meisten verbreitete und gelesene überregionale Tageszeitung, der Verkaufsanteil in den westlichen Bundesländern hat sich in jüngerer Zeit verbessert, ist nach wie vor aber marginal. Seit Ende 2005 hat die Zeitung ihren Sitz wieder im (nunmehr alten) "ND-Gebäude", dem Bürohaus am Franz-Mehring-Platz genommen - auf einer Etage, in guter Nachbarschaft mit vielen anderen Mietern.

2011 unterzog sich die Zeitung einem Komplett-Relaunch und erscheint seit 1. Oktober 2011 mit einem neuen, moderneren Erscheinungsbild und der klein geschriebenen Titelzeile "neues deutschland". Der Relaunch wurde zum Oktober 2013 mit der Einführung einer neuen Grundschrift noch einmal vervollständigt.

Neben dem Hauptgeschäft Erstellung und Vertrieb der Zeitung engagiert die Neues Deutschland Druckerei und Verlag GmbH sich seit Jahren mit leserorientierten Serviceangeboten, wie Leserreisen, Buch-, Video-/DVD- und CD-Handel, seit 2006 auch in Form eines nd-Shop im Verlagshaus. Für den Umsatz sind dies - wie der Anzeigenmarkt - wichtige Zutaten, die das tägliche Erscheinen und Überleben in einem erbittert umkämpften Medienmarkt mit garantieren helfen. Vor allem aber sieht nd den »Markt« nicht erschöpft für eine professionell gemachte Tageszeitung, die mit linkem Ideengut über den Tellerrand des journalistischen Alltags hinausdenkt.

Siehe auch: Zwischen den Zeilen. Geschichte der Zeitung »Neues Deutschland«

»neues deutschland« in Zahlen und Fakten:

Verkaufte Auflage:
(IVW IV/2013, inkl. E-Paper)
Montag-Samstag 32.090
Montag-Freitag 30.738
Samstag 38.522

Reichweite: 180.000 (MA 2005)

Mitarbeiter(innen):
100

Tägliche Seiten:
Inland, Ausland, Wirtschaft und Soziales, Feuilleton, Sport, Panorama, Meinung, Berlin-Brandenburg/Aus den Ländern, TV-Programm

Wöchentliche Seiten:
Dokumentation (montags), Nord-Süd (dienstags), Ratgeber (mittwochs / Beilage 8 halbrheinische Seiten), Außerparlamentarisches (mittwochs), Gesund Leben (donnerstags), Film (donnerstags), Literatur (donnerstags), Politisches Buch (freitags), Gewerkschaften (freitags)

Wochenendbeilage:
Große Geschichte, Forum/Essay/Mensch und Gesellschaft, Bildung, Geschichte, Naturwissenschaft, Thema, Spielplatz, Reise, Begegnungen

Sonstige Beilagen:
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Literaturbeilagen (3x jährlich)
Regelmäßige Beilagen zu aktuellen Sonderthemen

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50 % Communio Beteiligungsgenossenschaft eG (Vorstand Dr. Matthias Schindler),
50 % Föderative Verlags-, Consulting- und Handelsgesellschaft mbH - FEVAC (Geschäftsführer Uwe Hobler)

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seit 1958 jährlich: 55. ND - Pressefest Mitte Juni 2013

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»nd im Club« seit 2006 zweiwöchentlich im Verlagshaus am Franz-Mehring-Platz

»nd-Filmclub« seit 2012 monatlich in Zusammenarbeit mit der Friedrich-Wolf-Gesellschaft, der DEFA-Stiftung und dem Deutschen Rundfunkarchiv im Kino TONI in Berlin