Den Zeitgenossen erschienen die Kapp-Putschisten als ein monolithischer Block, die arbeitsteilig und zielstrebig ihr konterrevolutionäres Unternehmen vorbereitet und durchgeführt hätten. Während ihrer kurzlebigen Herrschaft waren die bestehenden tiefgreifenden Gegensätze nicht in Erscheinung getreten. Erst als die Nachlässe führender Persönlichkeiten vorlagen und ausgewertet werden konnten, klärte... Mehr ...
In der Nacht zum 13. März 1940 wurde im Kreml nach 105 Tagen erbitterter Kämpfe ein Friedensvertrag mit Finnland unterzeichnet. Die Bedingungen waren hart wie der Krieg. Proteste gegen das Friedensdiktat wies W. M. Molotow mit der Bemerkung zurück: »Wäre Finnland im Herbst auf unsere Vorschläge eingegangen, so wären die Bedingungen viel günstiger gewesen. Aber der Krieg und das Blut, das vergossen... Mehr ...
Als am Abend des 18. März 1990 die Ergebnisse der ersten freien Volkskammerwahlen über die Bildschirme flimmerten, brachen die Emotionen aus. Sie reichten vom euphorischem Schrei aus voller Kehle bis zum beängstigenden Pulsschlag. Es ging nicht bloß um Merkel oder Steinmeier, um träge oder tröge, sondern um die Einheit Deutschlands. Also um die Existenz des eigenen Landes. Ob und wie die DDR abgew... Mehr ...
12. März 1930: Der indische Freiheitskämpfer Mahatma Gandhi tritt seinen legendären »Salzmarsch« von Ahmedabad nach Dandi an, um ein Monopol der britischen Kolonialmacht zu brechen. 16. März 1935: Adolf Hitler verkündet über den Rundfunk die Wiedereinführung der allgemeinen Wehrpflicht, was einen Bruch des Versailler Vertrages bedeutet. London und Paris protestieren. 18. März 1805: Kaiser Napoleon... Mehr ...
Es ist nicht vergessen: Gegen die Treuhandanstalt ist Zeit ihrer Existenz (1990-1994) immer wieder protestiert und demonstriert worden – zumeist von den durch die Schließung ihrer Betriebe bedrohten Belegschaften »Die Treuhandpolitik war nicht das Optimale«, gab vor einiger Zeit selbst ein etablierter Wirtschaftshistoriker zu. Manchmal kommt von dieser Seite dann noch der Hinweis, die Privat... Mehr ...
Als gewissermaßen amtliche Generalbilanz gelebten Lebens der Ostdeutschen gilt allenthalben, es sei das »richtige Leben im falschen« gewesen. Bestenfalls. Was auch immer das heißen mag – gleichwertig dem altbundesdeutschen soll es wohl nicht gewesen sein. Nun hat der Magdeburger Historiker Helmut Asmus als vierten Band seiner wahrhaft monumentalen Geschichte Magdeburgs einen triftigen Kommen... Mehr ...
5. März 1970: Der 1968 zwischen der UdSSR, den USA und Großbritannien ausgehandelte Atomwaffensperrvertrag tritt in Kraft. 7. März 1945: US-Truppen gelingt die Einnahme der Ludendorff-Eisenbahnbrücke bei Remagen, weil der von den Deutschen angebrachte Sprengsatz nicht zündet. 10. März 1990: Erstmals überfliegen Verkehrsflugzeuge der Fluggesellschaften der BRD und der DDR die deutsch-deutsche Grenz... Mehr ...
Die stille, abseitig von Hektik gelegene Allee erlebte die Weimarer Zeit als Rathenauallee. Dann wurde daraus die Hitlerallee. Nach 1945 benannten die Dortmunder Stadtoberen die Straße in Hainallee um – wegen des Kaiserhains gegenüber im Westfalenpark. Hier stand früher eine Villa; heute gibt es nur noch den kleinen Park dort. In bitterer Kälte befestigte eine Gruppe Antifaschisten ein Schil... Mehr ...
»Wer dem Volk anstrengungslosen Wohlstand verspricht, lädt zu spätrömischer Dekadenz ein.« Wen meinte der FDP-Chef und deutsche Außenminister Guido Westerwelle damit? Und wie war es in Rom, das er zum Vergleich heranzog? Lebten in den Grenzen des gewaltigen römischen Imperiums tatsächlich alle Völker und Volksschichten in einem Wohlstand, der mit staatlicher Hilfe zu »spätrömischer Dekadenz« ausar... Mehr ...
25. Februar 1925: Adolf Hitler, der nach zehn Monaten Festungshaft Ende 1924 vorzeitig entlassen wurde, gründet im Münchner Bürgerbräukeller die nach dem Putsch 1923 zerfallene NSDAP neu. 27. Februar 1955: Der Bundestag stimmt den Pariser Verträgen zu, die die Aufnahme der BRD in die NATO und die Stationierung alliierter Truppen auf deren Territorium vorsehen. 27. Februar 1975: Der Berliner CDU-Vo... Mehr ...
Über das Gerede von der maroden DDR-Wirtschaft ist vergessen, dass es eine Zeit gegeben hat, in der westdeutsche Firmen den ostdeutschen Staat für ein lukratives Investitionsgebiet hielten und bemüht waren, mit Kombinats- und Betriebsdirektoren ins Gespräch zu kommen – möglichst vor der Konkurrenz. Diese scheinbar ganz andere Zeit hatte am 20. November 1989 begonnen, als der gerade von der V... Mehr ...
In Polen und in Israel wird Irena Sendler als Heldin verehrt, weil sie während des Zweiten Weltkrieges 2500 jüdische Kinder rettete. Viele Überlebende des Holocaust nennen sie auch dankbar »Oskar Schindlers Schwester«. Irena Sendler wurde am 15. Februar 1910 in Otwock im damals russischen Teil Polens geboren. Sie absolvierte eine Ausbildung als Krankenschwester, erlebte die Nazibesetzung Polens ha... Mehr ...
Der Gründungskongress der Allgemeinen Arbeiter-Union Deutschlands (AAUD) vom 14. bis 16. Februar 1920 in Hannover endete, wie es sich für eine revolutionäre Organisation gehört. Die Polizei löste die Versammlung auf und verhaftete alle 150 Delegierten. Einer der bekanntesten Teilnehmer, der Pädagoge und ehemalige Reichstagsabgeordnete Otto Rühle, wurde gar in Ketten abgeführt. Bis dahin hatte der ... Mehr ...
12. Februar 1825: Im Abkommen von Indian Springs werden die Creek-Indianer gezwungen, ihr Land in Georgia aufzugeben und nach Westen abgedrängt. 14. Februar 1950: Stalin und Mao Tsetung unterzeichnen einen Freundschafts- und Beistandspakt zwischen der UdSSR und der VR China. 15. februar 1880: Charles Summer Tainter und Alexander Graham Bell präsentieren in Washington das erste Funkgerät, das Sprac... Mehr ...
»Kämpft nicht gegen den Freund des deutschen Volkes, Vietnam, kommt nach Hause, kehrt zurück nach Deutschland, hier wartet auf Euch ein ehrenhaftes und sinnvolles Leben.« – Mit diesem Aufruf wandte sich die damals noch provisorische Regierung der DDR vor 60 Jahren, am 2. Februar 1950, an die deutschen Soldaten in der französischen Fremdenlegion. Die DDR-Regierung erklärte ihre »Sympathie und... Mehr ...
Im Wilhelminischen Kaiserreich und bis in die Zeit der nazifaschistischen Diktatur hinein formierten sich – in zahlreichen und zumeist kleineren Vereinen, Bünden, Orden, Glaubensgemeinschaften usw. – Kräfte, die sich selbst als »Völkische« bezeichneten und als »völkische Bewegung« in die Geschichte eingegangen sind. Mancher zweifelt vielleicht, ob man sich heute überhaupt noch mit den ... Mehr ...
Am Mittwoch dem 8. Februar 1950 tagten die mehr als 300 Abgeordneten der Provisorischen Volkskammer der DDR, um ein Gesetz aus der Taufe zu heben, dessen Folgen bis heute die Geister scheiden. Der Wortlaut des Gesetzes: »Die bisher dem Ministerium des Innern unterstellte Hauptverwaltung zum Schutze der Volkswirtschaft wird zu einem selbständigen Ministerium für Staatssicherheit umgebildet. Das Ges... Mehr ...
Dass in der DDR sich laut Buchtitel eine so althergebrachte Wissenschaft wie die Logik »im Aufbruch« befunden haben soll, wird vermutlich professionellen Gegnern des vor zwei Jahrzehnten ausgelöschten Staates kaum genehm sein. Ihnen lägen da Vokabeln wie »Niedergang« oder sogar »Zerstörung« weit näher. Aber es war noch »schlimmer«: Die Logik als Wissenschaft war in der DDR nicht allein an mathemat... Mehr ...
ND: Ihr Vater war Mitglied der Saefkow-Jacob-Bästlein-Organisation, einer der größten Widerstandsgruppierungen in Nazideutschland. Was weiß man über diese in Großbritannien? Lowy: Vom deutschen Widerstand weiß man bei uns so gut wie nichts. Allenfalls ist noch der Name Stauffenberg bekannt. Aber man hat keine Ahnung von der Bandbreite des Widerstandes, dass Menschen unterschiedlicher sozialer Herk... Mehr ...
Der Traum von der Weltherrschaft Deutschlands war bereits ausgeträumt, als eine der »Wunderwaffen« für den »Endsieg« eingesetzt wurde – der von Veit Harlan (1899-1964) gedrehte Ufa-Film »Kolberg«. Als der Streifen am 30. Januar 1945 in der französischen Festung La Rochelle und in Berlin in einer Doppelpremiere aufgeführt wurde, bereitete die Rote Armee bereits den Sturm auf die Reichshauptst... Mehr ...
29. Januar 1950: Aus Protest gegen den Eintritt der BRD in die NATO wird in der Frankfurter Paulskirche ein »Deutsches Manifest« verabschiedet, zu dessen Unterzeichnern der Theologe Helmut Gollwitzer sowie die Politiker Gustav Heinemann und Erich Ollenhauer gehören. Ihre Sorge: Blockbindung würde die deutsche Wiedervereinigung gefährden. 30. Januar 1945: Das von sowjetischen Torpedos getroffene Pa... Mehr ...
Die Rosa-Luxemburg-Stiftung Sachsen hat dieser Tage den Politikwissenschaftler Gregor Kritidis mit ihrem Wissenschaftspreis 2010 ausgezeichnet. Gewürdigt wird Kritidis' Dissertation über die linkssozialistische Opposition in der Ära Adenauer. Kritidis, 1971 in Hameln geboren, studierte in Hannover, gehört der Loccumer Initiative Kritischer WissenschaftlerInnen an und arbeitet beim Online-Magazin www.sopos.org mit – sopos steht für Sozialistische Positionen. Seit 2008 ist er wissenschaftlicher Mitarbeiter am Institut für Politische Wissenschaft der Leibniz-Universität Hannover. Er ist Mitherausgeber der Schriften Peter von Oertzens. Seine nunmehr preisgekrönte Dissertation »Linkssozialistische Opposition in der Ära Adenauer. Ein Beitrag zur Frühgeschichte der Bundesrepublik« erschien 2008 im Offizin-Verlag Hannover. Im Folgenden dokumentieren wir die gekürzte Rede von Gregor Kritidis bei der Preisverleihung in Leipzig. Mehr ...
Gestüzt auf langjährige Archivstudien und gründliche Auswertung der Forschungsliteratur, aber bei immer noch prekärer Quellenlage, legt Jochen Laufer eine Gesamtdarstellung der sowjetischen Außen- und insbesondere Deutschlandspolitik von 1939 bis 1945 vor. Darin geht er der Frage nach, wie es dazu kommen konnte, dass die UdSSR aus dem »Vaterländischen Krieg« mit seinem »Stalin-Effekt« zu einer Wel... Mehr ...
Insbesondere seit vorigem Jahr gibt es an der Greifswalder Universität Streit um den Namensgeber Ernst Moritz Arndt. Ein Teil der Studenten und Professoren fordert, die Almer Mater solle sich umbenennen. Zur Begründung verweisen sie auf franzosenfeindliche und antisemitische Äußerungen des Namenspatrons. Die Abstimmung jüngst zeigte jedoch, dass nur eine Minderheit der Studierenden die Position de... Mehr ...
22. Januar 1905: Soldaten des Zaren zerschlagen mit brutaler Gewalt eine friedliche Demonstration von 30 000 Arbeitern vor dem Winterpalais in St. Petersburg; der Tag geht als »Blutsonntag« in die Geschichte ein. 24. Januar 1935: In Richmond (Virginia) gibt es das erste Dosenbier. 25. Januar 1890: Der Deutsche Reichstag lehnt die von Kanzler Otto von Bismarck eingebrachte Vorlage über die Verlänge... Mehr ...
.....und sie versinkt im tiefer im Sumpf des Kapitals..........
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