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Nichts Neues bei den Modernen

Stephan Fischer über den Zerfall der liberalen Nowoczesna in Polen

Die Lebensdauer politischer Parteien, treffender auch als Klubs bezeichnet, ist in Polen oft kürzer als in anderen Staaten Europas. Hängt ihr Schicksal doch viel stärker am Spitzenpersonal denn an ihren wenigen Mitgliedern. So kommt der Zerfall der vor nicht einmal drei Jahren gegründeten liberalen Nowoczesna (Moderne) nicht überraschend. Ihre Spitzen wie der Nowoczesna-Gründer Ryszard Petru tauchen jetzt schon woanders auf. Zwei Dinge zeigt das zu erwartende Ende der Partei als bedeutende politische Kraft aber auf.

Erstens: Eine Opposition über Parteigrenzen hinweg gegen die regierende PiS für die Kommunalwahlen im Herbst und die Sejm-Wahlen im nächsten Jahr zu schmieden, scheint weiter illusorisch. Kaum hatten sich die beiden marktliberalen Parteien Nowoczesna und Bürgerplattform PO zu einem Wahlbündnis zusammengeschlossen, pulverisiert sich einer der Partner.

Zweitens: Dieses Bündnis hätte allein aus der Möglichkeit heraus, die PiS abzulösen, Wähler anziehen können, die mit der liberalen und neoliberalen Ausrichtung der beiden Parteien ansonsten nichts anfangen können. Es bleibt der Umstand, dass es für linksgerichtete polnische Wähler, die vor allem auf eine Verbesserung der Lebensumstände setzen und vom Regierungshandeln der sozialdemokratischen SLD enttäuscht sind, kaum Angebote gibt. Auf diesem Feld hat die rechtskonservative PiS die Hoheit erlangt.