Kunst & Kritik

Peter Handke

Poetische Befeuerung

Dass der weltweit renommierteste Literaturpreis dieses Jahr an einen weißen männlichen Europäer geht, der das »Poetische« mit einem weißen, christlichen Europa verbindet, ist in der Geschichte des Literaturnobelpreises nichts Neues.

Von Adem Ferizaj

Queens Speech

Ich glaub, ich bin im falschen Film. Schreiben wir das Jahr 2019, oder 1558? Was für ein Mummenschanz in Westminister am Montag dieser Woche. Elisabeth II. verlas die Regierungserklärung von Boris Johnson. Während dieser wie ein Schulbub aufgeregt auf seiner Bank hin- u...

Von Karlen Vesper
Frankfurter Buchmesse

Die Branche

Na Hallöchen! Toll, dass ich euch hier treffe. Das ist ja richtig schön … Moment, ich muss dem mal kurz Hallo sagen. Hallo. Ja. Danke. Tschüß. So, da bin ich wieder. Was für ein Arschloch. Ich hasse den. Aber solchen Leuten muss man Hallo sagen, sonst gibt’s richtig Ärg...

Von Paula Irmschler
Frankfurter Verlag

Bergüber bergunter

Wie gründet man im Winter 1969 einen neuen linken Verlag in Frankfurt? Als erstes stellt man im Wohnzimmer einer Altbauwohnung die Stühle hoch. Damit genug Platz ist für die erste vollständige Versammlung. Der Frankfurter Verlag der Autoren ist 50 geworden.

Von Christof Meueler
Ossis TAGEBUCH ndPlus

»Helmut, kauf uns auf«

Zum 40. Geburtstag der DDR gibt es Volksfeste in allen Städten und Gemeinden der DDR. In Feierlaune sind die Bürger allerdings längst nicht mehr.

Treuhand ndPlus

Erhobenen Hauptes inmitten der Niederlage

Bischofferode wurde 1993 zum Symbol der Treuhand-Politik. Ehemalige Bischofferoder Kumpel erinnern an den Arbeitskampf von damals und fordern eine politische Aufarbeitung der Ereignisse.

Von Sebastian Bähr und Nelli Tügel, Bischofferode

Im Almost-All-Male-Room

Ich stecke die Schlüsselkarte - nicht die Schlüsselbärte, was mein Handy sinnvoller fände und ich auch, denn sie klemmt - in den kleinen Schlitz und warte auf grünes Licht. Nach mehren Anläufen öffnet sich die Tür zum Schlafsaal. Oder so will ich es jedenfalls nennen, d...

Von Ulrike Wagener
Halle

Egal wie

Irrer Einzeltäter, schlechter Extremismus - rechte Öffentlichkeitsstrategien nach dem Anschlag in Halle verschleiern die wichtigen Zusammenhänge: Die Tat war nur die extremste Form der rechten Ideologie.

Von Natascha Strobl
Flüchtlingsverteilung ndPlus

Gescheiterte Mission

Horst Seehofer scheint sich für Flüchtlinge einzusetzten. Und für eine bessere Verteilung dieser innerhalb Europas. Doch was steckt wirklich dahinter? Wenig bekannt sind die Details der Malta-Erklärung.

Von Fabian Hillebrand

Flüchtlingsabwehr mit Kralle

Abd al-Rahman al-Milad ist einer der gefährlichsten Menschenhändler der Welt. Eine Recherche der Zeitung »Avvenire« hat nun ergeben, dass die italienische Regierung im Mai 2017 mit ihm über die Kontrolle der Flüchtlingsbewegung verhandelt hat.

Von Fabian Hillebrand
Rüstungsindustrie ndPlus

Kanapees und Waffendeals

Cocktailgläser, feine Anzüge und edle Kleider - offensichtlich Bilder einer betuchten Abendgesellschaft. Gestört wird dieser Eindruck durch Panzer und Raketen im Hintergrund, die einer gegensätzlichen Welt entsprungen scheinen.

Von Inga Dreyer

Keine Gewalt

Die Demonstrationen in der DDR gehen weiter und werden immer machtvoller, doch die Partei- und Staatsführung lässt sich weiterhin - auch via »Neues Deutschland« - bejubeln. Der mehrtägige Aufenthalt einer chinesischen Delegation in der DDR sowie Bündnisschwüre aus Moskau lassen Bürgerrechtler Schlimmstes fürchten.

Demokratischer Konföderalismus ndPlus

Bewahre uns Allah davor

Die linke Kurdenromantik, die auch von Kurden in Europa geschürt wird, fährt durch ihre Fixierung auf ein homogenes, unterdrücktes »Volk« der gelebten Praxis Rojavas in die Parade, die die kulturelle Identität der sozialen Emanzipation unterordnet.

Von Richard Schuberth
Michail Gorbatschow

Wer zu spät kommt

Ein kleiner Schritt vorwärts? Der Dichter Heiner Müller sagte, hin zum wahren Sozialismus sei das zu kurz. Michail Gorbatschow hatte mit »Glasnost« und »Perestroika« einen großen Schritt vorwärts eingeleitet - der aber war tödlich für das System. Doch die Zeit war reif dafür.

Von Hans-Dieter Schütt

Lass dich nicht BRDigen!

Als die DDR 1990 verschwand, war es auch um die »westdeutsche Linke« geschehen. Die nannte sich extra so, denn für sie war die DDR sozialistisches Ausland, egal, was man politisch davon hielt (in den unterschiedlichen Fraktionen). Ein Drittel der westdeutschen Bevölkeru...

Abgebügelt

Beruhigungspimmel

Frauen werden durch Penis-Penetration ruhig, besonnen, ausgeglichen, auf Linie gebracht und kochen einem was. Ist es nicht so? Nein. Penetrationssex ist keine Erfahrung, »die uns vom Schreiben, Denken, Handeln und Sprechen fernhält«, weiß Paula Irmschler.

Von Paula Irmschler
Ossis TAGEBUCH ndPlus

Vorwärts und rückwärts

Zum 40. Geburtstag der DDR gibt es Volksfeste in allen Städten und Gemeinden der DDR. In Feierlaune sind die Bürger allerdings längst nicht mehr.

Von Kalle
Linke Zeitung ndPlus

Lohn der Unabhängigkeit

Die Zahlen sind beeindruckend. In wenigen Jahren hat die norwegische Zeitung »Klassekampen« ihre Auflage auf mehr als 30.000 Exemplare versechsfacht. Für ihre Unabhängigkeit musste sie einige Kämpfe ausfechten.

Von Aert van Riel, Oslo
Relotius

Der mit den Häftlingen duscht

Der Skandal um Claas Relotius hat das Leben von Juan Moreno verändert und den »Spiegel« erschüttert. In seinem Buch »Tausend Zeilen Lüge«, das das »System Relotius« entlarvt, bedient sich Moreno aber selbst der Methoden, die er eigentlich kritisiert.

Von Johanna Treblin
»Titanic«

»Wir haben Frankfurt nach vorne gebumst!«

»Titanic«, das »endgültige Satiremagazin« aus Frankfurt, wird dieser Tage 40 Jahre alt. »Titanic«-Chefredakteur Moritz Hürtgen über die 30 Prozent rechtsextremes Wählerpotenzial in Deutschland, Satire-Millionäre und den Wahrheitsmarkt

Von Thomas Blum
Wohnungspolitik

Ein Musical von unten

Mit Anleitung gegen Entmietung und einem Chor aus Berliner Mietaktivisten: Das Kreuzberger Musical »Stadt unter Einfluss« kümmert sich nicht um Sojamilchschaum, denn: Es ist der Kapitalismus, der die Städte verändert.

Von Jakob Hayner

Alt aussehen

Jugendmoden werden ja von Jahr zu Jahr absurder. Es begann mit den Bärten. Stand früher ein Rauschebart für ein reifes Lebensalter, schlossen sich Vollbärtigkeit und Volljährigkeit zuletzt fast aus. Je zugewachsener die Fresse, desto pickeliger die Haut darunter. Dann e...

Von Volker Surmann
Schwarzfahren

Fahrscheinlos fahren ist richtig

Dass sich Leute über andere ohne Fahrkarte beschweren, ist schon ziemlich unglaublich. Klar, fahrscheinlos fahren ist verboten. Das Problem ist nur: Das Gesetz ist manchmal richtig scheiße. Und die meisten leiden doch selbst darunter.

Von Paula Irmschler
Nicolas Mathieu ndPlus

Verdreckter Realismus

Frust und Wut in Frankreich: Es gehen viele Risse durch die Gesellschaft, zwischen den Klassen, aber auch innerhalb der Klassen selbst. Darüber hat Nicolas Mathieu den Roman »Wie später ihre Kinder« geschrieben, der in Frankreich sehr erfolgreich war.

Von Frank Schäfer
DDR ndPlus

»Die DDR-Geschichte hat eine Relevanz für die Gegenwart«

Nach Ihrer wunderbaren Spurensuche zum »verschwundenen Land« DDR legen Sie nun einen Band mit kommentierten Fotos von verlassenen Orten dieses Landes vor. Wie kommt ein Franzose ausgerechnet auf das Thema DDR? Das hat verschiedene Gründe. Zunächst einmal habe ich e...

Von Stefan Ripplinger