Kunst & Kritik

Olga Tokarczuk ndPlus

Die Grenzgängerin

Von Grenzen hält Olga Tokarczuk wenig. Nicht von ungefähr ist die Überschreitung ihr literarisches Leitthema. Am 10. Dezember erhält Tokarczuk den Literaturnobelpreis.

Von Ingo Petz

In der Mokka-Milch-Eisbar

300 000 Bürger haben die DDR 1989 gen Westen verlassen, viele Arbeitsplätze sind unbesetzt. Eine Menschenkette quer durch die Republik, von Nord nach Süd, demonstriert für die Erneuerung des Landes. Erste MfS-Bezirksdienststellen werden gestürmt.

Lesen Sie diesen Fontane-Film!

Das »Fontane-Jahr« endet am 30. Dezember, um genau zu sein, dann ist der 200. Geburtstag des Schriftstellers. 1974 verfilmte Rainer Werner Fassbinder dessen bekanntesten Roman »Effi Briest«. Sie wird gespielt von Hanna Schygulla und Fassbinder filmt so, als würde man ei...

Sei keine Pfeife, wähl Eiffe

Werden Nobelpreise pfundweise verliehen? »Die Jakobsbücher«, das neue Buch von der einen neuen Nobelpreisträgerin Olga Tokarczuk hat 1184 Seiten. »Die Obstdiebin oder Einfache Fahrt ins Landesinnere«, das aktuelle Buch vom anderen neuen Literaturnobelpreisträger Peter H...

Gewalt an Frauen ndPlus

Wer hat Angst vorm Intendanten?

Unbezahlte Überstunden, fehlende Ruhezeiten, Beleidigungen, Mobbing: Laut einer Studie führt die Bündelung der wichtigsten Positionen im Theater in der Figur des Intendanten zu Machtmissbrauch und Übergriffen.

Von Lidia Polito
Peter Handke ndPlus

Erwärmung, nicht Erhitzung

Peter Handke bekommt den Literaturnobelpreis in diesem Jahr. Gegen diese Entscheidung der Jury gibt es jede Menge Protest. Doch wie wird man eigentlich zum Handke-Leser?

Von Hans-Dieter Schütt

Bei der Fischmutti

Vor einem halben Jahr bekam ich einen Wellnessgutschein. Für chronisch hyperarbeitete Großstädter wie mich ist Wellness so etwas wie die unbedenkliche Alternative zu Cannabis - gesundheitlich wie juristisch. Da es bei diesem Gutschein um Füße ging, dachten wir, als...

Von Jan Mollenhauer
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Lieber guter Weihnachtsmann ...

... guck mich nicht so böse an, sondern lies doch auch mal ein gutes Buch, anstatt immer auf dein Smartphone zu schauen. Internet ist gut und schön, aber ständig online zu sein, das macht alle nur noch nervöser, wenn sie auf Weihnachten warten und dabei die Plätzchen we...

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Die Würde des Menschen ist unantastbar

Die aktuelle Diskussion um die Aufnahme von Kinderrechten ins Grundgesetz lässt natürlich auch die Frage aufkommen, ob die Kinder in ihrer Mehrheit das Grundgesetz überhaupt kennen und sich der Rechte bewusst sind, die ihnen wie allen anderen Menschen durch diese Verfas...

Von Werner Abel
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»Germania, mir graut vor dir!«

Er war einer der bedeutendsten Vertreter der oppositionellen politischen Lyrik am Vorabend der Revolution von 1848. Seine aufrüttelnden Gedichte, voll der Forderung nach Freiheit und deutscher Einheit, hatten im Volke begeisterte Aufnahme gefunden und ihn berühmt gemach...

Von Armin Jähne
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Einzig dem Gewissen gefolgt

Seit sechs Jahren lebt Edward Snowden im Moskauer Exil, vor drei Jahren ist seine Freundin Lindsay zu ihm gezogen, vor zwei Jahren haben sie in der russischen Hauptstadt geheiratet - das ist die private Geschichte des kühnsten Whistleblowers, die er einem Millionenpubli...

Von Harald Loch
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Bunter Vogel flieg

Eine graue Maus war Diether Dehm nie, zu einem bunten Vogel wurde er mit seiner Selbstbefreiung. Die schaffte er mittels eines tieferen Verständnisses von Gesellschaft als Klassengesellschaft, Kriegen als imperialistischen Kriegen, von kollektiver Gegenwehr, Solidarität...

Von Wolfgang Gehrcke und Christiane Reymann
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Auf dem rechten Auge blind

Dem Verlag ist zu danken, dass er den juristischen Klassiker von Heinrich Hannover und seiner 2009 verstorbenen Ehefrau Elisabeth Hannover-Drück herausgebracht hat. Das Standardwerk des politisch engagierten Strafverteidigers und der renommierten Historikerin über die J...

Von Ernst Reuß
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Kapital und Menschheit - zwei konträre Universalismen

Mode und Trends kommen und gehen. Auch in der Wissenschaft. Seit einiger Zeit gehören »postkoloniale Theorien« in der akademischen Zunft zum guten Ton. Sie kritisieren berechtigt den Eurozentrismus, also die ideologische Beurteilung außereuropäischer Gesellschaften nach...

Von Christopher Wimmer
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Ein Leben in Schuhkartons

Er ist nicht nur Sprecher, sondern auch ein Erzähler. Günter Herlt kennen Ostdeutsche reiferen Jahrgangs aus dem Fernsehen. Er war Kommentator und stellvertretender Chefredakteur der »Aktuellen Kamera« sowie DDR-Korrespondent in der alten Bundesrepublik. In den letzten ...

Von Karlen Vesper
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Geschlechterverhältnisse sind Ausbeutungsverhältnisse

Als »unglückliche Ehe« beschrieb die Wirtschaftswissenschaftlerin Heidi Hartmann 1981 das Verhältnis zwischen Marxismus und Feminismus. Und auch heute wird Marxist*innen immer wieder vorgeworfen, Frauenunterdrückung nicht ausreichend zu behandeln. Kann marxistische Theo...

Von Christopher Wimmer
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Peter Hacks als platonisch geliebter Übervater

Sahra Wagenknecht ist gar keine richtige Politikerin. Das politische Handwerk ist ihr eigentlich fremd. Sie kann nicht netzwerken, ist keine Rudelführerin. Dies sind keine Zitate von politischen Gegnern, dies hat Christian Schneider Sahra Wagenknecht selbst entlockt. Do...

Von Jonas Christopher Höpken
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Wie ein Bär die Mauer durchbrach

Es war im September 1965. Ein Hochseekreuzer rauschte unter dem Namen »Berliner Bär« mit Vollzeug durch die Drei-Meilen-Zone am Gellenstrom in der Ostsee. Die sechsköpfige Mannschaft war nicht auf der Flucht. Ein Boot der Grenztruppen drehte bei. Seine Besatzung wünscht...

Von Fritz Schröder
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Ein Schnelllehrgang in Sachen Revolution

Die Volksmarinedivision, ein Kind der Revolution von 1918, teilt das Schicksal des ermordeten Karl Liebknecht: Sie ist heute mindestens ebenso vergessen wie er. Alles und jedes, was der SED-Führung als Legitimation für ein - von ihr durchgängig befolgtes - Prinzip dienl...

Von Jörn Schütrumpf
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»Meine Trauer ist grenzenlos«

Manche Bücher erscheinen zur richtigen Zeit. Etwa das 1966 von Jürgen Horlemann und Peter Gäng im Anschluss an die Diskussionen eines Arbeitskreises innerhalb des Sozialistischen Deutschen Studentenbundes (SDS) verfasste Sachbuch »Vietnam. Genesis eines Konflikts«. Dies...

Von Axel Berger
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Nicht mit westlichen Maßstäben zu messen

Wer Russland verstehen will, muss dieses Buch lesen, lockt der Verlag. Und hat damit nicht Unrecht. Reinhard Krumm, Jahrgang 1962, Leiter das Regionalbüros für Zusammenarbeit und Frieden in Europa der Friedrich-Ebert-Stiftung und Lehrbeauftragter für osteuropäische Gesc...

Von Karlen Vesper
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Literarisches Meisterwerk

Lateinamerika brennt - schon wieder. Seit der Entdeckung, der Eroberung und Kolonisierung, seit der Befreiung von den europäischen Herren, seit der Übermacht des Imperialismus der nordamerikanischen Yankees kommen Süd- und Mittelamerika nicht zur Ruhe. Nachzulesen ist d...

Von Harald Loch
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Vom Unwillen, sich eigener Schuld zu stellen

Nach Jahrzehnten des Verdrängens und Verschweigens wird heute auch in Österreich in unzähligen Gedenkveranstaltungen nicht nur des «Anschlusses» 1938 an Nazideutschland und der Opfer des antisemitisch-rassistischen Terrorregimes hernach gedacht, wenngleich mitunter ritu...

Von Franziska Groß
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»Die Neue Rechte ist die Alte Rechte«

»Überall ist die Enthemmung dieser Gesellschaft gefährlich weit fortgeschritten. Das, was geschieht, ›Rechtsruck‹ zu nennen, wäre eine glatte Untertreibung«, meint Jutta Ditfurth. Ihr ist zuzustimmen. Ebenso ihrer Überzeugung, dass man in den Faschismus nicht schlafwand...

Von Karlen Vesper
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Halbherzige Revolutionen

Die angelsächsischen Historiker beherrschen das Metier der Geschichtsschreibung, vermögen spannend, unterhaltsam und erkenntnisreich zugleich zu erzählen. Das beweist einmal mehr das neue Buch von Richard J. Evans. Der Brite folgt in seiner Geschichte Europas im 19. Jah...

Von Gerd Fesser