Kunst & Kritik

Tiere müssen nicht Englisch können!

Wie spricht man mit den Tieren und Bäumen? Eine Ausstellung in Berlin beschäftigt sich mit dieser Frage. Inzwischen beschwert sich eine ältere Dame, warum die Titel der Werke nicht auf Deutsch seien. Ein Text über das Streben nach Verstehen.

Deutsche Kriegsräte

Im Deutschen gibt es Wörter, die mehrere Bedeutungen haben. Zum Beispiel aufschieben. Man kann damit ausdrücken, man wolle etwas durch Schieben öffnen, und dies sogar, indem man einen Riegel (von dem es auch mehrere Bedeutungen gibt; man kann ihn in Schokoladenform auch...

EinGEPENDELT

Das Problem der letzten Meile

Die Welt sieht jeden Tag anders aus. Eine zugegeben nicht bahnbrechende Erkenntnis, die aber ihre ganze Tiefenwirkung sehr gut dann entfaltet, sieht man jeden Tag denselben Streifen Welt am mehr oder weniger verschmutzten Fenster des Waggons vorbeiziehen. Da verfallen z...

Von Stephan Fischer
Sebastian Krämer

Die Summe der Alleinstellungsmerkmale

Das Abseitige, das zu besingen sonst keiner unternimmt, ist der Bereich, in dem der Chansonnier Sebastian Krämer seine Heimspiele feiert. Sich mit Naheliegendem zu befassen, liegt ihm fern. Dieser Tage erscheint seine neue CD.

Von Marco Tschirpke
Mixed Matrial Arts

Auf der Matte mit Antifas

In Neubrandenburg haben Linke ein Kampfsportstudio eröffnet. Dort wollen sie trainieren, um sich gegen Nazis verteidigen zu können, die in den umliegenden Dörfern wohnen und Migranten angreifen.

Von Niklas Franzen
Gerhard Henschel ndPlus

Intensives Atmen vermeiden

Gerhard Henschel hat den achten Band seines Romans über Martin Schlosser veröffentlicht. Für alle, die die bisherigen Bücher kennen, ist auch der «Erfolgsroman» ein Muss. Anfänger sollten sich einen früheren Band greifen.

Von Guido Speckmann
SONNTAGmorgen

Ihre Daten sind uns wichtig

Wer entspannen will, muss sich langweilen. Entweder man guckt den ganzen Abend Fernsehen oder man macht Tai-Chi. Dann wird man auch 100 Jahre alt, fest versprochen!

Von Heiko Werning

Wie’n Wiener eben so ist

Satire beginnt dort, wo der Spaß aufhört: Der Wiener Otto Stark leitete lange die Berliner »Distel«. Nun ist er im Alter von 96 Jahren verstorben.

Lust auf Literatur ndPlus

Für einen Gegenkanon

In den Schulen wird immer noch das langweilige Zeug gelesen. Auf dem Lehrplan steht Heinrich Böll statt Wolfgang Welt. Wir brauchen einen Gegenkanon. Mit den Büchern, für die sich die bürgerliche Kultur zu fein ist.

Von Frank Schäfer

Grenzkonflikte

Grenzziehungen sind bekanntlich schwierig. Wo endet der Bereich des einen und wo beginnt der des anderen, vor allem aber: Wer ist berechtigt, die Grenze zu überschreiten? Seitdem die Gattung Homo sapiens Afrika verlassen hat, beschäftigt sich die Menschheit mit diesen F...

»Borderland« ndPlus

Martialischer als die Berliner Mauer

Es ist die berühmteste und berüchtigste Grenze der Welt: die Grenze zwischen den USA und Mexiko. Und sie ist gefährlicher, tödlicher als die einstige Grenze zwischen beiden deutschen Staaten.

Von Franziska Klein
Abgebügelt

Weihnachten ist falsch

Jetzt geht die Scheiße wieder los: Menschen verherrlichen das Rumstehen in der Kälte, verbrennen sich an vier Euro teurem Gewürzwein die Zunge und wollen, dass man irgendwo hinkommt, wo dieser Irrsinn auch noch symbolisch aufgeladen wird. Geniale Idee: Nicht hingehen!

Von Paula Irmschler

Überall ist Südtirol

In seiner Lyrik attackierte er die Provinz und die Heimattümelei. Der Südtiroler Dichter Norbert C. Kaser floh immer wieder. Aber überall traf er auf Südtirol. Und am Ende soff er sich in Südtirol tot.

Von Stefan Ripplinger
Christentum ndPlus

Ich dürste nach Verurteilung

Mit Beginn der Adventszeit leben auch Debatten über christliche Werte wieder auf. Doch das westliche Christentum ist längst von zwei Seiten unter Druck geraten: durch den globalen Kapitalismus, der alles planiert und nivelliert, und durch den Islam.

Von Ingolf Bossenz
SONNTAGmorgen

Tai-Chi zur Einführung

Wer entspannen will, muss sich langweilen. Entweder man guckt den ganzen Abend Fernsehen oder man macht Tai-Chi. Dann wird man auch 100 Jahre alt, fest versprochen!

Von Karl Unterdorf
Bücher zum Verschenken

Unter der Leselampe öffnen sich Welten

Bücher verschenken: Der Herr im grünen Sessel ist auf jeden Fall ein Leser. Die Bände stapeln sich bei ihm, was bedeutet: Gern hat er noch mehr davon. Aber was hat es mit dem ausgestopften Krokodil auf sich, auf das er seine Beine stützt? Haben die Tiere um ihn herum mi...

Von Irmtraud Gutschke
Bücher zum Verschenken

Meisterwerk der Moderne

Was Michail Bulgakow (1891- 1940) in seinem Romanerstling mit autobiografischer Authentizität darstellt, wirkt gegenwartsnah. In der von Russland abgespaltenen Ukraine tobte 1918/19 ein erbitterter Bürgerkrieg. Den von deutschen Besatzungstruppen gestützten Hetman Skoro...

Von Karlheinz Kasper
Bücher zum Verschenken

Wege aus der Versteinerung

Zwei Frauen haben einen riesigen Tisch auf einen Handwagen geladen, der aus einem deutschen Fahrrad gebaut worden ist. In einem belorussischen Dorf machen sie sich 1986 auf den Weg nach Gorki, das heute wieder Nischni Nowgorod heißt. Weit über tausend Kilometer zu Fuß -...

Von Irmtraud Gutschke
Bücher zum Verschenken

Unermesslich die Weite dieses »Landes der Ströme und der Flüsse«

»Vor mir also, in der Sonne glitzernd, der Amur. Breit wie ein Meeresarm. Fast achthundert Kilometer vor seiner Mündung. Wir sind angekommen. Viertausend und ein paar Kilometer seit dem verschneiten Krasnojarsk. Alte Männer tanken Sonne am Strand, die Mützen fest über d...

Von Sabine Neubert
Bücher zum Verschenken

Der Alsina-Fluch

Wahrscheinlich wird das Publikum in ihrer Heimat den Roman noch ganz anders lesen als wir. Womöglich sind Anspielungen darin zu entdecken, konkrete Personen und Ereignisse wiederzuerkennen, wobei die Autorin wohl eine gewisse Vorsicht walten lassen musste. Wer wirklich ...

Von Irmtraud Gutschke
Bücher zum Verschenken

Wer sich entziehen will ...

Wenn Jerome Leroy Frankreichs politischer Realität zu Leibe rückt und mögliche Ereignislinien einer nahen Zukunft entwirft, kommt spannende Literatur heraus. Schon im vergangenen Jahr erschien hierzulande pünktlich zur Präsidentschaftswahl in Frankreich »Der Block«, ein...

Von Florian Schmid
Bücher zum Verschenken

Königin mit Künstlern und Knackern

Es ist an diesem Abend schon die zweite oder dritte Linie Koks für den Künstler Walter van Raamsdonk. Auch dem ersten Glenfiddich sind längst weitere gefolgt. Zwischendurch hat er eine Valiumtablette aus der Pillenschachtel gefischt. Wir sind im »Gimmick«, einem Club in...

Von Silvia Ottow
Bücher zum Verschenken

Bibel der Bäume

Im Dezember 1997 stieg die junge Amerikanerin Julia Butterfly Hill in Kalifornien auf einen tausendjährigen Küstenmammutbaum und verharrte in 60 Metern Höhe 738 Tage. So wollte sie die Abholzung eines Sequoiawalds durch ein übel beleumundetes Unternehmen verhindern, das...

Von Reiner Oschmann
Bücher zum Verschenken

Ein Liebesbrief und die Folgen

Blumen sind Liebesboten. Wenn der junge englische Schriftsteller David Whitehouse in seinem zweiten Roman eine Reise in die fantastische Welt der Blumen unternimmt, erzählt er natürlich eine Liebesgeschichte, eine zarte, eine traurige, eine herzzerreißende, übrigens nic...

Von Sabine Neubert
Bücher zum Verschenken

Verskonzert

Von Alfred Lord Tennysons »Maud« (1855) bis Simon Armitages »Zoom« (1987) - die »Poets’ Collection« vereint auf 13 CDs 94 englischsprachige Autorinnen und Autoren mit 192 Gedichten. Wobei sich das Wunderbare dieser Sammlung nicht nur aus den großartigen Gedichten in zum...

Von Holger Teschke