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Opfer religiöser Hardliner

Mariana López kam nach mehr als 18 Jahren aus dem Gefängnis

Vor einem Monat etwa hat die irische Bevölkerung mehrheitlich für eine Lockerung des Abtreibungsverbotes gestimmt. Ein großer Erfolg für die Frauen auf der »grünen Insel«. In anderen Ländern dieser Erde ist man noch nicht so weit. Noch lange nicht. Im mittelamerikanischen El Salvador wurde am Montag eine jetzt 40-jährige Frau aus dem Gefängnis entlassen, deren einziges »Vergehen« es gewesen sein soll, ihr Baby abgetrieben zu haben. Vor 18 Jahren und acht Monaten war sie deswegen verurteilt worden.

Wie örtliche Medien berichten, habe der Vater des ungeboren Kindes damals Druck auf Mariana López ausgeübt, den Fötus abzutreiben. Nachdem sie sich geweigert habe, das zu tun, habe der Vater sie in den Bauch geschlagen. Daraufhin sei es zu einer Fehlgeburt gekommen, heißt es weiter. Zum damaligen Zeitpunkt hatte die junge Frau bereits einen vier Jahre alten Sohn, der von ihren Eltern aufgezogen wurde, während sie in einer Fabrik in der Hauptstadt San Salvador als Näherin gearbeitet hatte.

Die Menschen in El Salvador sind - so wie in der Region üblich - mehrheitlich katholische Christen. Wie im benachbarten Nicaragua auch hat das Land ein striktes Abtreibungsverbot: Selbst ein Abbruch aus medizinischen Gründen (»aborto terapéutico«) oder infolge einer Vergewaltigung ist nicht erlaubt. So will es die von Rom gesteuerte Kirche. Und so wollen es auch die evangelikalen »Kirchen«, die aus den USA kommend über Zentralamerika herfallen. Abtreibungen können in El Salvador, wo zwischen 1980 und 1991 ein Krieg zwischen linken Guerilleros und rechter Militärjunta tobte, durch Gerichte als Mord verurteilt und mit bis zu 50 Jahren Haft sanktioniert werden. Mariana López wurde am 13. Dezember 2000 zu 25 Jahren Gefängnis verurteilt.

Sie ist nicht die einzige Frau, die wegen einer angeblichen Abtreibung in El Salvador eingesperrt wurde. In diesem Jahr wurden neben López bereits drei weitere Frauen freigelassen. Das Abtreibungsverbot aber besteht weiter.