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Chris Froome darf zur Tour

Radsportweltverband UCI stellt Dopingverfahren ein

Von Tom Mustroph

Chris Froome darf nun doch zur Tour de France. Rennorganisator ASO zog am Montag eine Klage vor dem französischen Sportschiedsgericht zurück, nachdem der Weltradsportverband UCI den britischen Profi überraschend von allem Fehlverhalten freigesprochen hatte. »Die Klage macht jetzt keinen Sinn mehr«, sagte Tourchef Christian Prudhomme. Er bedauere aber weiter die langen Entscheidungsfristen, die zu dem plötzlichen Ergebnis geführt hatten.

Erst am 4. Juni 2018 hatte Froome nach Angaben der UCI alle Entlastungsdokumente für die am 7. September 2017 genommene Urinprobe abgeliefert. Der Test hatte eine massive Überschreitung des Grenzwerts für das Asthmamittel Salbutamol ergeben, für das der Brite eine medizinische Ausnahmegenehmigung hat. Nach den Regeln der Weltantidopingagentur WADA folgt bei dieser Substanz kein automatisches Startverbot. Froome durfte weiter fahren - und gewann Ende Mai sogar den Giro d’Italia.

Was genau die UCI zur Einstellung des Verfahrens bewog, bleibt im Unklaren. In seinem Statement wies der Verband darauf hin, dass er der Position der WADA folge. Diese habe »am 28. Juni darüber informiert, dass sie aufgrund der speziellen Fakten dieses Falles akzeptiert, dass die Probe von Chris Froome nicht als Regelverstoß zu werten ist«, rekonstruierte die UCI die Entscheidungsdynamik.

Verblüffend ist dabei, dass die von der UCI unabhängig agierende eigene Antidopingagentur CADF in diesem Fall offenbar gar keine Entscheidungsbefugnis hatte. Um das Ganze noch absurder zu machen, meldete sich am Nachmittag die WADA und teilte mit, dass sie das Urteil der UCI nicht anfechten werde. Wohlgemerkt eine Entscheidung, die sich einer WADA-Position anschloss. Klarheit sieht anders aus, zumal immer noch nicht klar ist, wie es kam, dass Froomes Wert 100 Prozent über dem Erlaubten lag.