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Trump korrigiert sich, ein bisschen

Der US-Präsident räumt ein, dass es Beweise für eine russische Einmischung in die US-Wahl gebe

Nach massiven Protesten und einer Klarstellung in eigener Sache hat US-Präsident Donald Trump umgehend wieder in den Angriffsmodus geschaltet. »Einige Menschen hassen die Tatsache, dass ich gut mit Präsident Putin aus Russland ausgekommen bin. Sie würden lieber in den Krieg ziehen, als so etwas zu sehen«, twitterte Trump am Mittwochmorgen.

Am Dienstag musste Trump einen öffentlichen Rückzieher vollziehen. Nach nicht enden wollender, parteiübergreifender Kritik, einem verheerenden Medienecho - selbst der erzkonservative Haus- und Hofberichterstatter der Konservativen Fox News zeigte sich empört über den US-Präsendenten -, Druck aus der eigenen Partei und guten Ratschlägen von Unterstützern korrigierte Trump eine besonders strittige Aussage, die er während der Pressekonferenz mit Russlands Präsidenten Wladimir Putin am Montag in Helsinki gemacht hatte. Schuld sei ein Versprecher gewesen.

Während der Pressekonferenz hatte Trump angedeutet, er traue Präsident Putin genauso wie den US-amerikanischen Geheimdiensten, und gesagt: »Ich sehen keinen Grund, warum es Russland wäre.« Nach beißender Kritik stellte er das als großes Missverständnis dar. Er habe bei der Durchsicht einer Abschrift seiner Aussagen gemerkt, dass er sich versprochen habe. Der Satz müsse richtig lauten: »Ich sehe keinen Grund, warum es nicht Russland wäre.«

Dutzende Mitglieder von Trumps Republikanern hatten sich distanziert, Trump-Unterstützer und Republikaner Newt Gingrich sprach vom »schwerwiegendsten Fehler seiner Präsidentschaft«. Stunden nach seiner Klarstellung vermittelte Trump dann schon wieder den Eindruck, dass er seinen Schritt bereute. »Das Treffen zwischen Präsident Putin und mir war ein großer Erfolg, außer in den Fake-News-Medien«, twitterte er. Mit diesem Begriff meint Trump pauschal alle Medien, die ihm nicht freundlich gesonnen oder ihm gegenüber kritisch eingestellt sind.

Mit der Medienschelte des US-Präsidenten endet nun eine turbulente Woche, in der Trump beim NATO-Gipfel genau wie beim Besuch in Großbritannien Verbündete brüskierte. In einem am Montag aufgezeichneten und am Dienstagabend ausgestrahlten Interview mit Fox News versetzte der Präsident der NATO einen weiteren Seitenhieb, stellte das Militärbündnis aber nicht generell infrage. Die Verteidigung eines kleinen NATO-Verbündeten wie Montenegro könne im Dritten Weltkrieg enden, sagte Trump und deutete an, dass er nicht für kleinere Länder einstehen wolle: »Aber so ist es eben, so wurde es eingerichtet. Vergessen Sie nicht, ich bin hier erst seit anderthalb Jahren.«

In Deutschland forderten gleich mehrere Fraktionsvorsitzende einen selbstbewussteren Umgang mit dem US-Präsidenten. Unionsfraktionschef Volker Kauder (CDU) sagte, nur wenn Europa geschlossen auftrete, bleibe der Kontinent »mit den USA auf Augenhöhe«. Das gelte für den Handelsstreit wie auch für Sicherheitsfragen. Grünen-Fraktionschef Anton Hofreiter forderte, Europa müsse »gerade in Energiefragen endlich unabhängig von Amerika werden« und drang auf einen konsequenten Umstieg auf Erneuerbare Energien. LINKEN-Fraktionschefin Sahra Wagenknecht forderte indes eine selbstbewusste Außenpolitik, »damit wir nicht von einem Hasardeur in eine Aufrüstungsspirale und neue Kriege hineingezogen werden«.

In Russland hingegen sorgte die Wendungen Trumps für Unverständnis. Dort werden im Zuge der Anschuldigungen der Einmischung Moskaus in die US-Präsidentenwahl 2016 eindeutige Beweise angemahnt. »Unsere Hauptforderung lautet: Fakten auf den Tisch«, sagte der russische Botschafter in den USA, Anatoli Antonow, in Moskau. Die Behauptungen seien schlichtweg Unsinn. Es gebe keine eindeutigen Beweise, die dies belegen könnten, sagte er der Agentur Interfax zufolge. Mit Agenturen