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Müllers Bestie

Nicolas Šustr über den Dienstwagen des regierenden Bürgermeisters von Berlin

Der Regierende Bürgermeister Michael Müller (SPD) hat den größten - Schadstoffausstoß. Sein Dienstwagen, ein gepanzerter S-Klasse-Mercedes, Baujahr 2016, stößt im Realbetrieb 408 Gramm Kohlenstoffdioxid pro gefahrenen Kilometer aus. Damit liegt der an der Spitze der Dienstwagen aller 16 Länderchefs der Bundesrepublik. Das errechnete die Deutsche Umwelthilfe.

Müller kann sich nicht einmal darauf herausreden, dass auf dem Papier ja nur 270 Gramm CO2 pro Kilometer ausgestoßen werden, denn auch mit diesem Wert wäre er die Umweltsau unter den Landesregierungschefs. Am besten schneiden noch seine Bremer und Hamburger Amtskollegen ab.

Klar, damit reicht er bei Weitem nicht an »The Beast« - die Bestie - genannte Fahrzeug des US-Präsidenten heran, das bis zu 64 Liter Treibstoff pro 100 Kilometer saufen soll.

Doch für den Regierungschef einer rot-rot-grünen Koalition, die sich nicht nur in sozialen, sondern auch in Umweltfragen deutlich von konservativen Regierungen abheben will, ist das kein gutes Signal. Wie in so vielen anderen Punkten lässt es Zweifel an seiner Haltung zum Mitte-links-Bündnis aufkommen. Für die Verlängerung des Stadtautobahnrings A100 hatte er sich immer wieder ins Zeug gelegt. Und beim Mobilitätsgesetz hatte seine SPD auf einmal bemängelt, dass das Auto gar nicht darin vorkommt.

Müller versaut sogar den Schnitt der ganzen Senatsflotte. Würde er auf ein Auto wie das des Hamburger Ersten Bürgermeisters umsteigen, könnte Berlin sich mit der Hansestadt den zweiten Platz im Ländervergleich teilen. So ist nur Platz vier drin. Immerhin, das Auto von Umweltsenatorin Regine Günther (parteilos, für Grüne) hat den niedrigsten Schadstoffausstoß im Vergleich aller Umweltminister.