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Gegen Menschlichkeit und Vernunft

Roland Etzel zum Ende der Palästinenserhilfen seitens der USA

Mit Beginn dieses Monats gibt es nicht einen Cent mehr aus Washington für das Flüchtlingshilfswerk für Palästina. Sachliche Gründe dafür vorzubringen, ist Trumps Sache nicht. Das weiß man bereits von anderen Breitseiten von ihm gegen die internationale Vertragsarchitektur.

Ebenso wenig interessieren ihn offenbar die Folgen, und die sind in diesem Fall katastrophal. Immerhin zahlten die USA etwa ein Drittel der jährlich 1,1 Milliarden Dollar humanitäre Hilfe für Flüchtlinge in den palästinensischen Gebieten selbst sowie in den Nachbarstaaten Jordanien, Libanon und Syrien. Ersatzspender hat die UNO dafür bislang nicht.

Es mag erstaunen, dass die USA überhaupt so lange einen so hohen Betrag in die UNRWA-Schatulle legten, stehen sie doch nicht erst seit Trumps Jerusalem-Eskapaden im Zweifelsfall stets auf Seiten der politischen Extremisten in Israel. Dafür war ihre UNRWA-Mitfinanzierung unausgesprochen eine Art Ausgleich. Sie linderte nicht nur das größte Elend der Palästinenser, sondern auch Einfluss auf deren Führer. Und nun? Während Israels militante Siedlerclique Trump frenetisch Beifall klatscht, sehen etwas Weiterdenkende in Europa und auch in Israel die Entwicklung mit Sorge. Was sie fürchten, ist als Folge blanker Not mindestens eine Radikalisierung der Palästinenser. Und als Folge dessen Anschläge, Verzweiflungstaten, letztlich neue Kriege in Nahost.