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Sie hat sich bekannt

Personalie: Helene Fischer hat sich zu Chemnitz geäußert

Von Christopher Wimmer

Das Schweigen der Pop-Welt nach den Vorfällen in Chemnitz war unüberhörbar laut. Zwar hatten am Montag Musiker wie Kraftklub oder Feine Sahne Fischfilet mit einem großen Konzert ein Zeichen gegen Rassismus gesetzt, doch die antifaschistische Haltung dieser Bands war schon vorher bekannt. Der Rest schwieg.

Geradezu sehnsüchtig wurde nun unter den Stars und Sternchen jemand gesucht, der das Schweigen brechen würde. Es wurde die Schlagersängerin Helene Fischer. Bisher fiel die 34-Jährige vor allem durch herzzerreißende Texte wie »Wir flogen wie zwei Vögel durch die Nacht, überall Musik und Wein, wir wollten nicht alleine sein« und weniger durch politische Analysen auf. Schlager ist nun mal Kitsch, eine Aneinanderreihung von billigen Klischees.

»Wir können und dürfen nicht ausblenden, was zurzeit in unserem Land passiert, doch wir können zum Glück auch sehen, wie groß der Zusammenhalt gleichzeitig ist - das sollte uns stolz machen. Musik als Zeichen der Verbundenheit und immer ist es Liebe, die gewinnt«, schrieb Fischer bei Facebook. Ihren Post reicherte sie mit dem Hashtag wirsindmehr an.

Helene Fischer als atemlose Antifaschistin? Es handelt sich viel eher um ein Statement, das schwammiger und unspezifischer nicht sein könnte. Die Hashtags liebe und peace, die sie ebenso zu ihrem Post gesetzt hat, sind nur ein Bekenntnis und keine Kritik.

Fischer, die mit dem Schlagersänger Florian Silbereisen liiert ist und die nach ihr benannte Helene Fischer Show moderiert, erwähnt mit keiner Silbe die gesellschaftlichen Ursachen des Rassismus; die AfD wird nicht genannt.

Zweifellos kann eine solche Äußerung viele Menschen erreichen und doch bleibt es eine Positionierung ohne eigene Position, es sind angeblich »klare Worte«, die nicht anecken wollen. Mit »Liebe und Peace« macht man sich keine Feinde - und verscherzt es sich wohl auch nicht mit AfD-Anhängern im eigenen Publikum.