/ Politik

Tote und Verletzte bei Messerattacke in Nizza

Frankreich ruft höchste Terror-Warnstufe aus

Nach einem Messerangriff in der südfranzösischen Küstenstadt Nizza ist die Gegend um die Kirche Notre-Dame (hinten) weiträumig abgesperrt.

Nizza. Bei einer blutigen Messerattacke in Nizza sind nach einer vorläufigen Bilanz drei Menschen getötet und sechs weitere verletzt worden. Das bestätigten Polizeikreise der Deutschen Presse-Agentur in Paris am Donnerstag auf Anfrage. Zuvor hatte die Pariser Anti-Terror-Staatsanwaltschaft die Ermittlungen zu der Attacke übernommen. Dabei gehe es unter anderem um den Vorwurf des Mords in Verbindung mit einem terroristischen Vorhaben, bestätigte die Anti-Terror-Staatsanwaltschaft der dpa.

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In Frankreich wurde mittlerweile die höchste Terror-Warnstufe ausgerufen. Sie gilt landesweit, wie Regierungschef Jean Castex am Donnerstag in Paris mitteilte. Castex verurteilte die »ebenso feige wie barbarische Tat, die das ganze Land in Trauer versetzt«.

Nach Angaben von Bürgermeister Christian Estrosi wollte Staatschef Emmanuel Macron nach Nizza kommen. Laut Estrosi wurde der mutmaßliche Angreifer festgenommen. Die Polizei riet, den Bereich zu meiden. Innenminister Gérald Darmanin bestätigte einen Polizeieinsatz in der Innenstadt von Nizza. Im Ministerium gebe es eine Krisensitzung.

Darmanin hatte mehrfach von einer hohen Terrorgefahr im Land gewarnt. Erst vor zwei Wochen war ein Lehrer in einem Vorort von Paris enthauptet worden. Das Verbrechen hatte im ganzen Land Entsetzen ausgelöst. Es waren Zehntausende auf die Straße gegangen, um sich solidarisch zu zeigen.

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Nizza wurde bereits 2016 von einem Terroranschlag erschüttert, dabei starben 86 Menschen.

Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) hat sich »tief erschüttert über die grausamen Morde in einer Kirche« in Nizza gezeigt. »Meine Gedanken sind bei den Angehörigen der Ermordeten und bei den Verletzten«, erklärte Merkel nach Angaben ihres Sprechers Steffen Seibert am Donnerstag in Berlin. »Der französischen Nation gilt in diesen schweren Stunden Deutschlands Solidarität«, fügte die Kanzlerin hinzu. Agenturen/nd