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Später Sieg, große Wirkung

Stuttgart scheint mit dem 2:1 gegen den HSV seine Krise überwunden zu haben

  • Von Ruben Stark, Stuttgart
  • Lesedauer: 3 Min.

Daniel Didavi muss sich jetzt warm anziehen. Dass der Spielgestalter des VfB Stuttgart seinen Trainer Jürgen Kramny beim Torjubel umgerissen hat, wird nicht ohne Folgen bleiben. »Didavi zahlt eine ordentliche Geldstrafe. Er hat mich in meinem Vorwärtsdrang gebremst, meine Knie sind aufgeschürft, die Hose kann ich wegschmeißen«, sagte Kramny - und natürlich lächelte er dabei.

Der ungezügelte Freudenausbruch nach dem entscheidenden Treffer von Neuzugang Artjom Krawez (88.) beim 2:1 gegen den Hamburger SV, bei dem der Coach mit seinem gerade ausgewechselten Ideengeber tollpatschig auf dem Hosenboden landete, könnte für den VfB noch zu einem Schlüsselmoment werden. »Es wäre ein Drama gewesen, wenn wir unentschieden gespielt hätten«, sagte Sportvorstand Robin Dutt nach dem Abpfiff.

Statt mit etlichen vergebenen Chancen zu hadern, statt an die Geister der kurzen Alexander-Zorniger-Ära erinnert zu werden, hatte der fünfmalige Meister doch noch eine späte Antwort und nun mit 21 Punkten den Anschluss an das Mittelfeld der Fußball-Bundesliga hergestellt. »Wir haben eine Wahnsinns-Mentalität entwickelt, dürfen aber ja nicht nachlässig werden«, sagte Kramny, der deshalb auch von anderen Zielen als dem Klassenerhalt nichts hören wollte.

Es müsse die Prämisse der nächsten Wochen sein, hieß es unisono aus dem VfB-Lager, auf dem Boden zu bleiben und sich möglichst rasch von der Abstiegszone zu entfernen. »Das erste Ziel ist, frühzeitig für ruhiges Arbeiten zu sorgen«, sagte Christian Gentner. Denn, auch wenn die Stuttgarter seit fünf Bundesligaspielen nicht mehr verloren haben und in diesem Zeitraum das drittbeste Team stellen, meinte der VfB-Kapitän völlig zu Recht: »Von einer Top-Mannschaft sind wir noch weit weg.«

Es wäre ja schon ein enormer Fortschritt, wenn Gentners Wunsch einträfe, schließlich haben die Schwaben in den vergangenen beiden Spielzeiten genügend Nervenkitzel erlebt. Deshalb meinte auch Dutt: »Wir sollten schön cool bleiben. Wir stehen nur zwei Punkte vor dem Relegationsplatz.«

Allerdings gibt es Anzeichen dafür, dass der VfB tatsächlich bald in ruhigeres Fahrwasser gelangt. Reihenweise ausgelassene Gelegenheiten verunsichern die Kramny-Elf offenbar ebensowenig wie der schwer zu verkraftende Ausgleich von Artjoms Rudnevs (75.). Die Defensive steht zudem relativ gut. »Wir haben einfach eine gewisse Sicherheit und können mit Rückschlägen umgehen«, findet Gentner.

Und der VfB Stuttgart hat in Daniel Didavi einen Spieler mit besonderer Qualität, den Kramny inzwischen durchaus auch auf dem Weg in die Nationalmannschaft sieht. »Man kann darüber nachdenken, ihn einzuladen«, meinte der Stuttgarter Trainer. Didavi (66.) war auch maßgeblich am 1:0 beteiligt, das aber offiziell als Eigentor von Aaron Hunt gewertet wurde. Ein weiteres Plus sehen die Stuttgarter im zunehmenden Konkurrenzkampf. Krawez, Martin Harnik und Daniel Ginczek sind bald wieder einsatzfähig. SID/nd

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