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Nordkoreas Rakete: Peking bedauert, Moskau verurteilt

USA, Südkorea und Japan verlangen Sondersitzung des UN-Sicherheitsrats / Pjöngjang: Wir schießen noch mehr Satelliten ins All

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Berlin. Nur einen Monat nach dem weltweit kritisierten Atomtest hat die Regierung in Nordkorea eine Weltraumrakete gestartet. Die Trägerrakete habe den Satelliten »Kwangmyongsong-4« (Leuchtender Stern) erfolgreich auf eine Erdumlaufbahn gebracht, berichteten die örtlichen Medien am Sonntag unter Berufung auf die nationale Raumfahrtbehörde. Die USA, Südkorea und Japan werteten den Start als schwere Provokation und sehen in ihm einen verdeckten Test für das Atomwaffenprogramm des kommunistischen Regimes. Eine Sondersitzung des UN-Sicherheitsrats wurde angesetzt.

Russland verurteilte den Start der nordkoreanischen Langstreckenrakete als Verstoß gegen internationale Vereinbarungen. »Solche Handlungen führen zu einer Verschärfung auf der koreanischen Halbinsel und im Nordosten Asiens«, hieß es in einer Erklärung des Außenministeriums in Moskau vom Sonntag. »Wir sind gezwungen festzustellen, dass Nordkorea ein weiteres Mal internationales Recht provokativ missachtet hat.«

China hat den Start »bedauert«. Das berichtete die amtliche Nachrichtenagentur Xinhua. Die Regierung in Peking hatte Pjöngjang zuvor mehrfach vergeblich zur Zurückhaltung aufgefordert, um die Spannungen in der Region nicht weiter eskalieren zu lassen. Am Dienstag war sogar der Unterhändler im Atomstreit mit Nordkorea, Wu Dawei, zu Gesprächen in Pjöngjang. Zu dem Zeitpunkt verkündete Nordkorea die Pläne für den Satellitenstart, sodass einige Beobachter schon über eine mögliche Brüskierung seines großen Wirtschaftspartners spekulierten.

Die Trägerrakete sei um 9.00 Uhr (»Pjöngjang-Zeit«; 1.30 Uhr MEZ) von der Abschussrampe in Sohae an der Westküste abgehoben, erklärte die nordkoreanische Raumfahrtbehörde den Berichten zufolge. Der Satellit habe 9:46 Minuten nach dem Start den Orbit erreicht. Eine unabhängige Bestätigung dafür gab es zunächst nicht. Die Behörde verteidigte den Start gegen Kritik. Nordkorea habe bloß sein »legitimes Recht auf die Weltraumforschung zu unabhängigen und friedlichen Zwecken« ausgeübt. Das Land werde in Zukunft noch mehr Satelliten ins All schießen.

Südkorea, die USA und Japan befürchten, dass Pjöngjang vor allem die Technologie atomar bestückter Interkontinentalraketen testen will. Die drei Länder beantragten eine Dringlichkeitssitzung des UN-Sicherheitsrats in New York, die auf Sonntagvormittag 11.00 Uhr (Ortszeit; 17.00 Uhr MEZ) terminiert wurde. Erst vor einem Monat hatte der vierte nordkoreanische Atomtest weltweit Empörung ausgelöst.

Die USA bezeichneten den Raketenstart als »destabilisierend, provokativ und flagrante Verletzung« zahlreicher UN-Resolutionen. Die Vereinigten Staaten würden sich für »ernste Konsequenzen« einsetzen, teilte US-Sicherheitsberaterin Susan Rice in Washington mit. Außenminister John Kerry erklärte, die USA würden mit ihren Partnern und Mitgliedern des UN-Sicherheitsrates weiter an »bedeutenden Maßnahmen« arbeiten, um Nordkorea zur Rechenschaft zu ziehen.

Auch in Brüssel reagierte man empört. Es handle sich um eine weitere schwere Verletzung der internationalen Verpflichtungen des Landes, erklärte die EU-Außenbeauftragte Federica Mogherini am Sonntag. Zusammen mit dem »extrem schwerwiegenden und illegalen Atomtest« vom 6. Januar stelle dies eine »unmittelbare Bedrohung für den internationalen Frieden und die Sicherheit in der Region und darüber hinaus« dar. Das Land müsse seine Programme zur Entwicklung von Raketengeschossen, nuklearen Fähigkeiten und Massenvernichtungswaffen beenden, so Mogherini. Sie rief die Regierung in Pjöngjang zum Dialog auf.

Nordkorea hatte zuletzt Ende 2012 eine Weltraumrakete abgefeuert. Schon der Start damals wurde weltweit verurteilt. Nach dem vierten Atomtest Nordkoreas am 6. Januar dieses Jahres nahm der UN-Sicherheitsrat Diskussionen über schärfere Sanktionen gegen Pjöngjang auf. Agenturen/nd

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