Die Tataren bleiben ihren Brüdern treu

Kasan muss im russisch-türkischen Konflikt die Rechnung zahlen

  • Von Elke Windisch, Kasan
  • Lesedauer: ca. 6.0 Min.

Tatarstan wird von den drastisch verschlechterten Beziehungen zwischen Moskau und Ankara hart getroffen - die Autonome Republik in der Russischen Föderation ist der Türkei nicht nur historisch nahe.

Die Spitze des Berges verhüllen Wolken, davor dehnt sich eine Wiese mit Klatschmohn. »Das ist Violetta und das bin ich«, sagt Aida und zeigt auf zwei weiße Punkte im Rot. »Und das ist der Ararat.« Ein Wisch über das Display, jetzt sieht man die Mädchen auf der Insel Akdamar im Van-See, dann bei einem Picknick an einem Bach. »Kappadokien. Glaube ich jedenfalls. Genau weiß ich es nicht mehr.« Aida lacht. »Wir haben uns die ganze Türkei angesehen. Herrlich. Und die Menschen - so freundlich. Sie haben uns spontan zum Tee eingeladen, manchmal sogar zum Essen, wenn sie erfuhren, woher wir kommen.«

Die Mädchen gehören zum Volk der Tataren. Mit zehn Millionen Seelen ist das die größte Minderheit Russlands und ethnisch eng mit den Türken verwandt. Zu ihnen ließen die Tataren selbst zu kommunistischen Zeiten die Kontakte nicht völlig abreißen. Nach dem Ende der Sowjetunion 1991 boomten sie. Auch Aida profitierte davon.

Schon als Zwölfj...


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