Schönheit und Wahnsinn

Mit »Hail, Caesar!« von den Coen-Brüdern wurde die Berlinale eröffnet

  • Von Gunnar Decker
  • Lesedauer: ca. 4.5 Min.

Die Wirklichkeit ist ein Missverständnis, ein bösartiges zumal. So etwa könnte man die bisherigen Filme der Brüder Joel & Ethan Coen resümieren. Ihre Kunst besteht nun darin, die Abgründe dessen, was man nur unter Vorbehalt für normal halten sollte, an die Oberfläche zu holen, also den nächtlichen Albtraum unserer höchst disparaten Existenz in die Mittagssonne zu stellen. Was dabei passiert, ist nie recht vorherzusehen, vor allem nicht, wenn es wie hier um Hollywood selbst geht, das zum Thema wird. Bereits mit »Barton Fink« hatten die Coen-Brüder einen New Yorker Theaterautor in eine Hollywood-Geisterbahn gesetzt. Eine Fahrt zwischen Schönheit und Wahnsinn über ein Meer von Lügen. In dem wird man, weil man es nicht austrinken kann, unweigerlich ertrinken.

Und nun »Hail, Caesar!«, wiederum Hollywood, diesmal Anfang der 50er Jahre. Wie schon in »O Brother, Where Art Thou?« spielt George Clooney eine der Hauptrollen. Die Studios ...


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