Hans-Dieter Schütt 29.02.2016 / Kultur

Brecht und Riesenrad

Zum Tod des Schauspielers Stefan Lisewski

In der DDR-Fernsehserie »Spuk unterm Riesenrad« zeigte er seine Gaukel- und Tobelust. Vor allem aber war er jahrzehntelang Schauspieler am Berliner Ensemble. Jetzt ist Stefan Lisewski im Alter von 82 Jahren gestorben.

Kräftige Statur, blonde Haare, eine mit dunkler Klarheit gesättigte Stimme – Stefan Lisewski war das, was man einen Publikumsliebling nennt. In ihm offenbarte sich auf wahrhaft sympathische Weise, dass Kino nicht ohne Identifikation auskommt; des Darstellers komödiantischer Leicht-Sinn besaß Charakter, seine Ernsthaftigkeit vergrub sich nicht ins Unnahbare. Und in den beliebten Adlershofer TV-Geschichten um den »Spuk im Hochhaus« oder den »Spuk unterm Riesenrad« zeigte er eine überschäumende Gaukel- und Toblust, die einen aufgekratzten Gegensatz schuf zu seiner ansonsten wohlgeformten Gefasstheit, die hohe Texte zum Klangerlebnis machte.

Denn vor allem war er jahrzehntelang, von 1957 bis 2000, ein Spieler am Berliner Ensemble. War, schon vom Äußeren her, der ideale Macheath (über 500 Mal), brillierte grotesk-vertrackt in O’...

Warum endet dieser Text denn jetzt schon? Mittendrin? Ich möchte den Artikel gerne weiterlesen!

Um den ganzen Artikel zu lesen, benötigen Sie ein entsprechendes Abo. Wenn Sie schon eins haben, loggen Sie sich einfach ein. Wenn nicht, probieren Sie doch mal unser Digital-Mini-Abo: