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Speed Dating mit dem Stadtrat

Das Rathaus Lichtenberg empfing Bürger und Vereine zur »Langen Nacht der Politik«

Hunderte Besucher kamen am Freitagabend zur neunten »Langen Nacht der Politik« ins Rathaus Lichtenberg. Zum neuen Programmformat gehörten ein »Speed Dating« und »Pecha-Kucha«.

Schauen, Flyer sammeln, diskutieren und dabei ein paar Häppchen essen. Alle drei Etagen des historischen Rathauses an der Möllendorffstraße waren am Freitagabend hell beleuchtet. Die meisten Türen standen offen, und überall trafen interessierte Besucher auf auskunftswillige Politiker und Mitarbeiter. Auch Vereine und Organisationen informierten über ihre Projekte.

Anregungen für einen familienfreundlichen Bezirk wurden unter anderem gesucht und aufgenommen. Auch Listen vom FAN-Beirat, Frankfurter Allee Nord, lagen aus, um zweckentfremdeten Wohnraum aufzuspüren. »Wir fordern Lichtenberger auf, uns mitzuteilen, wo jemand ein Quartier als Ferienwohnung vermietet«, sagte Franziska Bruder.

Während sich in den Gängen vor so manchem Stand eine Schlange bildete, füllte sich der Ratssaal ab 19 Uhr nur zögerlich. »Ich bin schon neugierig, wie so ein ›Speed-Dating‹ abläuft«, sagte eine ältere Dame. Doch wie viele andere vermisste sie Sitzgelegenheiten und blieb deshalb zunächst am Rand.

Auch als der Gong-Schlag für die erste Gesprächsrunde an den zehn Stehtischen fiel, blieb es sehr überschaubar. Erst nach und nach nutzten die Gäste die Chance zum persönlichen Gespräch mit den Stadträten oder Fraktionsvorsitzenden: Jeweils für fünf Minuten, dann kam die Aufforderung, den Tisch zu wechseln. »Ich hatte einen anregenden Austausch«, berichtete Andreas Prüfer (LINKE), Stadtrat für Bürgerdienste, Immobilien und Ordnungsangelegenheiten, anschließend. So ging es unter anderem um Ideen zu Parkplätzen an der Dönhoffstraße sowie um Baumfällungen.

Nicht nur er, auch die anderen Stadträte und natürlich etliche Besucher erwarteten mit Spannung das danach angekündigte »Pecha-Kucha«. Es handelt sich dabei um eine besondere Vortragstechnik, bei der jeweils in sechs Minuten und 40 Sekunden über ein Thema referiert wird und während dessen nacheinander genau 20 Folien für 20 Sekunden an der Wand erscheinen dürfen. Doch diese sprachliche und zeitliche Herausforderung meisterten die beteiligten Politiker hervorragend.

Erstaunlich, wie viele Informationen in so kurzer Zeit verständlich rüberkamen. Prüfer erklärte unter anderem im Schnelldurchlauf aktuelle Planungsvorhaben. Er präsentierte Fotos der sanierten Schule am Rathaus, zeigte Kunst-am-Bau-Projekte und informierte über die Eröffnung einer neuen Jugendfreizeiteinrichtung an der Gotlindestraße 38.

Kulturstadträtin Kerstin Beurich (SPD) stellte den Kultur-Entwicklungsplan des Bezirks vor. Zu den Besonderheiten Lichtenbergs gehöre die »Lange Nacht der Bilder«, die in diesem Jahr am 8. Juli stattfindet. Ateliers, Werkstätten, Galerien, Studios, Bibliotheken, Museen sowie die Volkshochschule und Cafés nehmen daran teil.

Über eine große Herausforderung, die mit der wachsenden Einwohnerzahl Lichtenbergs zusammenhängt, referierte blitzschnell Stadtentwicklungsstadtrat Wilfried Nünthel (CDU). Bis zum Jahr 2030, so schätzen Experten, wird die Zahl der Lichtenberger auf 300 000 wachsen. Aktuell gebe es Bebauungspläne für weitere 8200 Wohnungen, darunter 2000 auf dem Gelände der früheren Gärtnerei »Weiße Taube« an der Landsberger Allee gegenüber dem Ikea-Möbel- und Einrichtungshaus.

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