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Empörung über Vergleich mit Ungeziefer

Jesuiten fordern sorgfältige Ermittlung gegen Rassisten

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Wasungen. Der Faschingsumzug im thüringischen Wasungen Anfang Februar sorgt weiter für Empörung. Der Jesuiten-Flüchtlingsdienst appellierte am Dienstag in Berlin an die Justiz in Thüringen, »für eine sorgfältige Ermittlung« wegen der von verkleideten Narren dargestellten »Heuschreckenplage« zu sorgen. Die Staatsanwaltschaft Meiningen hatte Ende Februar mitgeteilt, dass sie keine Ermittlungen wegen des Verdachts auf Volksverhetzung aufnehmen wird. Gegen diese Entscheidung hat die Jesuiten-Organisation jetzt Einspruch eingelegt.

»Der Ungeziefer-Vergleich spricht Menschen ihr Mensch-Sein ab und verletzt ihre Würde«, betonte der Direktor des Jesuiten-Flüchtlingsdienstes, Pater Frido Pflüger. »Besonders gefährlich ist er, wenn er auf Menschen zielt, die schutzbedürftig und oft Anfeindungen und Gewalt ausgesetzt sind.« Der Rechtsstaat müsse deutlich machen, »dass damit eine Grenze überschritten wird«.

Der Wagen bestand aus einer Lokomotive und einem Waggon mit den Aufschriften »Balkan Express« und »Die Ploach kömmt« (Die Plage kommt). Zudem umtanzten als Heuschrecken verkleidete Narren das Gespann. Offenbar sollte so auf die Balkan-Route angespielt werden, über die in den vergangenen Monaten ein Großteil der Flüchtlinge nach Mitteleuropa gekommen war. Der Wagen hatte bundesweit für Aufsehen und Empörung gesorgt. Der Elferrat des Wasunger Carneval Club verwies dagegen darauf, dass »Ploach« Wasunger Mundart und mit Plage, aber auch mit Mühe oder Arbeit zu übersetzen sei.

Der Jesuiten-Flüchtlingsdienst verwies darauf, dass traditionell der Karneval diejenigen lächerlich mache, die über Einfluss oder einen hohen Status verfügen. Wegen der fehlenden Ermittlungen der Staatsanwaltschaft habe jetzt mit Unterstützung des Jesuiten-Flüchtlingsdienstes eine Mitarbeiterin der Organisation Einspruch gegen die Entscheidung der Staatsanwaltschaft eingelegt und Strafanzeige erstattet. epd/nd

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