Marcus Meier 12.03.2016 / Kultur

Hobbyjuristin gegen Freihandel

Marianne Grimmenstein könnte CETA und TTIP stoppen. Von Marcus Meier

Für den gestrigen Freitag hatte sich das ZDF angekündigt. Ein Kamerateam wollte den Lieferwagen filmen, der all die Briefe ankarren muss. Längst hat Marianne Grimmenstein-Balas’ regulärer Postbote kapituliert vor den Massen an Papier, die täglich in der Corneliusstraße 11 ankommen, meist Vollmachten, die Bürger unterschrieben haben, weil sie der Rentnerin als Mitkläger zur Seite stehen wollen. Gemeinsam wollen sie CETA verhindern, jenes umfassende Freihandelsabkommen zwischen der EU und Kanada, das vielen als kleiner Bruder von TTIP gilt.

Längst sei Grimmensteins »Wohnstube« die »Keimzelle einer Massenbewegung«, tönt Springers »Welt« und wähnt sich an jene »Massenbewegungen gegen den Vietnamkrieg oder die NATO-Nachrüstung« erinnert. Grimmenstein, der die Medien so viel zutrauen, ist eine Querflötenlehrerin und selbst ernannte »Hobbyjuristin« aus Lüdenscheid im beschaulichen Sauerland; eine sympathische ältere Dame, die gerne lacht...

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