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Endlich wieder politisch

Constantin Mavromatidis über die Rückkehr zum Myfest-Ursprung

  • Von Constantin Mavromatidis
  • Lesedauer: 1 Min.

Lange sah es danach aus, dass das Myfest am diesjährigen Tag der Arbeit ausfallen würde. Bis vor kurzem hatte sogar die Polizei einen fehlenden politischen Bezug moniert. Sie wäre nur bei politischen Veranstaltungen für die Sicherheit zuständig, hieß es.

2003 wurde das Myfest ursprünglich zur Befriedung der Kieze rund um das Kottbusser Tor, den Heinrichplatz und die Oranienstraße ins Leben gerufen. Das Ansinnen der Anwohner und des Bezirks war, einen Gegenpol zu den üblichen Krawallen zu schaffen. Ein Fest für jedermann mit Unterhaltung, Imbissbuden, Getränkeständen und vordergründig klaren politischen Bezügen zu Themen, die vor allem die Kreuzberger Kieze betrafen: Gentrifizierung, soziale Ungerechtigkeit, Drogenproblematik, Kriminalität, Homophobie und natürlich Rassismus. Das Konzept war ein Erfolg. Von Politik, Polizei und Anwohnern gab es Lob und Anerkennung. 2004 wurde die Myfest-Initiative sogar mit einem Präventionspreis des Landes Berlin ausgezeichnet. Die Maifeiern bekamen dadurch einen friedlicheren Charakter.

In den vergangenen Jahren, trübte jedoch der fast erloschene gesellschaftskritische Anspruch den Sinn der »Veranstaltung«. Die Entwicklung zur reinen Massenparty mit Massenbesäufnissen war nicht zu übersehen. Deshalb ist die Wiederhinwendung zu politischen Inhalten begrüßenswert.

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