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Der Trainingsumbruch brachte keinen Erfolg

Die deutschen Langläufer ziehen nach einer weiteren Saison ohne den großen Durchbruch eine ernüchternde Bilanz

  • Von Gerald Fritsche, Canmore
  • Lesedauer: 3 Min.
So gut wie erhofft lief’s in diesem Winter nicht für die deutschen Langläufer. Jetzt sollen die Erkenntnisse so umgesetzt werden, dass bei der WM 2017 auch wieder vordere Platzierungen möglich sind.

Mit gemischten Gefühlen gehen die Skilangläufer aus dem Winter. Die Spitzenresultate fehlten, dennoch waren Fortschritte erkennbar. Andreas Schlütter blickt insofern zwiespältig auf das beendete Wettkampfjahr. »Wenn ich nach den reinen Ergebnissen gehe, kann ich eine Enttäuschung nicht verbergen«, sagt der Sportlicher Leiter der deutschen Athleten. Er machte Verbesserungen in der Weltcupsaison aus, dennoch bestehe »noch ganz viel Luft nach oben«.

Immerhin mussten die Schützlinge der neuen Trainer Torstein Drivenes (Frauen) und Janko Neuber (Männer) einen kompletten Neuanfang über sich ergehen lassen. »Wir haben unser Trainingssystem auf den Kopf gestellt. Die Athleten haben teilweise ganz anders trainiert als früher, sie haben viel mehr Eigenverantwortung«, bilanziert Schlütter. Alle hätten sich diesem Neustart gestellt, extrem viel und gut trainiert. »Nur ist das nicht immer in den Resultaten sichtbar geworden, die sich die Sportler, aber auch wir Verantwortliche vorgestellt haben«, meint Schlütter.

Sichtbar wurde das bei der am Samstag in Canmore beendeten »Ski Tour Canada«. Eine Belastungsprobe zum Saisonschluss, die selbst die Weltcupdominatoren und Gesamtsieger Therese Johaug und Martin Johnsrud Sundby aus Norwegen teilweise an den Rand ihrer Kräfte brachte. Und die auch deshalb wohl in dieser Form kein zweites Mal stattfinden wird. Beste Deutsche wurde wieder Sandra Ringwald. Die Schwarzwälderin war die Überraschung aus deutscher Sicht, machte die größten Fortschritte. »Sie ist auf dem Sprung von einer reinen Sprinterin zu einer guten Allrounderin«, lobte Schlütter.

Dass Ringwald als beste Deutsche am Ende nur Rang 16 im Gesamtweltcup schaffte, hat auch mit der Belastungsverträglichkeit der anderen Läuferinnen zu tun. »Auf unsere anderen Damen müssen wir ab Mai individueller eingehen. Da haben wir in der Saisonvorbereitung sicher den einen oder anderen Fehler gemacht«, gestand Schlütter selbstkritisch ein. Denn Analysen zeigen, dass etwa Denise Herrmann und Steffi Böhler beispielsweise schon Ende Oktober ihre Höchstform hatten, diese dann im Winter aber nicht halten konnten.

Fortschritte gab es vor allem bei den deutschen Männern. Im vergangenen Winter hatte kein Deutscher einen Platz im Gesamtweltcup unter den besten 50 geschafft. Jetzt findet sich Jonas Dobler sogar in der Roten Gruppe derjenigen wieder, für die der Weltverband FIS in der nächsten Saison die Fahrkosten übernehmen wird. Andreas Katz verpasste das nur ganz knapp, da er die beiden letzten Wettbewerbe in Canmore erschöpft nicht mehr hatte absolvieren können.

»Jonas Dobler und Sprinter Sebastian Eisenlauer haben die Erwartungen voll erfüllt. Dennoch gibt es noch jede Menge zu tun, denn wir wollen auch bei den Männern demnächst beständig die Top Ten angreifen«, betonte Janko Neuber. Mittelfristiges Ziel sind die Weltmeisterschaften im kommenden Jahr in Lahti. dpa/nd

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