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Luftangriff im Gaza-Streifen

Zwei palästinensische Kinder starben / Zuvor Raketenbeschuss auf Israel

  • Von Sakher Abou El Oun, Gaza
  • Lesedauer: 2 Min.

Bei einem israelischen Luftangriff im Gaza-Streifen sind nach palästinensischen Angaben zwei Kinder getötet worden. Laut der Gesundheitsbehörde starb ein Zehnjähriger, als israelische Flugzeuge am Samstag vor Tagesanbruch am Nordende des Gaza-Streifens einen Stützpunkt der Kassam-Brigaden, des bewaffneten Arm der Hamas-Bewegung, angriffen. Die sechsjährige Schwester des Jungen erlag später ihren Verletzungen; ein 13-jähriger Bruder überlebte leicht verletzt.

Wenige Stunden zuvor waren vier aus dem Gaza-Streifen abgefeuerte Raketen auf unbewohntem Gebiet in Südisrael eingeschlagen. Als Reaktion griff die israelische Luftwaffe neben dem Brigaden-Stützpunkt in Beit Lahija drei weitere Ziele im nördlichen Gaza-Streifen an. Das Elternhaus der Kinder liegt in der Nähe des Stützpunkts der Hamas, die den Gaza-Streifen kontrolliert.

Ministerpräsident Benjamin Netanjahu verteidigte am Sonntag bei einer Kabinettssitzung die Luftangriffe. Auf jeden Raketenangriff aus dem Gaza-Streifen werde geantwortet. »Es ist Sache der Hamas, diese zu unterbinden«, sagte er. Auf den Tod der Kinder ging er nicht ein.

Nach Angaben der israelischen Armee sind seit dem Ende des Gaza-Krieges im Sommer 2014 mindestens 30 Raketen aus dem Küstenstreifen in Israel eingeschlagen. Zu den Angriffen bekannten sich zumeist radikale Salafisten, die mit der Hamas rivalisieren.

Am Wochenende wurden zwei Gaza-Bewohner tot aus einem Schmugglertunnel unter der Grenze nach Ägypten geborgen, der am Donnerstag eingebrochen war. Damit sind seit Ende Januar bei fünf Tunneleinstürzen mindestens zwölf Palästinenser ums Leben gekommen. Für das Unglück am Donnerstag, bei dem fünf weitere Männer zunächst eingeschlossen waren, dann aber gerettet werden konnten, machte das örtliche Innenministerium die ägyptische Armee verantwortlich. Diese hatte entlang der Grenze zum Gaza-Streifen tiefe Gräben ausgehoben und mit Meerwasser geflutet, um die Verbindungen zwischen islamistischen Kämpfern im Gaza-Streifen und auf dem Sinai zu unterbrechen.

Unterdessen reiste eine ranghohe Hamas-Delegation in die ägyptische Hauptstadt, um dort auf eine Besserung der Beziehungen zu dringen. Seit Ägyptens Armee den islamistischen Präsidenten Mohamed Mursi im Sommer 2013 stürzte, riegelt sie Rafah, den einzigen nicht von Israel kontrollierten Grenzübergang in dem isolierten Küstenstreifen, weitgehend ab. AFP

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