Afrikaner hungern trotz sinkender Preise

Grundnahrungsmittel werden auf dem Weltmarkt zwar billiger, doch bei den Armen kommt das nicht an

  • Von Anne Gonschorek, Kapstadt
  • Lesedauer: ca. 2.5 Min.

Im südlichen Afrika hat El Niño zu Nahrungsmittelknappheit geführt. Wegen des niedrigen Ölpreises sinkende Lebensmittelpreise kämen den Armen gerade recht. Doch diese Rechnung geht nicht auf.

Steven Nyamayaro ist zerknirscht. »Normalerweise muss ich keinen Mais kaufen, weil ich mich auf meinen Anbau verlassen kann«, erzählt er dem »Zimbabwe Independent«. Er lebt als Bauer in der simbabwischen Provinz Masvingo. »Jetzt kann ich aber kein Essen mehr auf den Tisch bringen, also werde ich es kaufen müssen. Es ist verheerend.«

So wie Nyamayaro geht es momentan vielen Simbabwern. Das Land braucht jährlich mindestens 1,8 Millionen Tonnen Mais, um Mensch und Vieh zu ernähren, doch die Ernten haben in der vergangenen Saison nur 800 000 Tonnen erbracht. Daran ist vor allem El Niño schuld. Das Wetterphänomen hat im südlichen Afrika extreme Dürren und die schlechtesten Ernten seit Jahrzehnten verursacht. Experten glauben, dass Länder wie Malawi und Simbabwe deshalb dieses Jahr große Mengen an Nahrungsmittelimporten benötigen werden. Fallende Ölpreise ersetzen zwar nicht den dringend benötigten Regen, könnten diesen Nationen aber du...


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