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US-Kohleförderer stehen vor der Pleite

Sinkende Nachfrage und Klimaschutzanstrengungen verhageln den Minenkonzernen das Geschäft

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Der größte US-Kohleförderer, Peabody Energy, musste Gläubigerschutz beantragen. Der Rückgang der Stahlproduktion hat den Kohlepreis in den Keller geschickt.

Der größte US-Kohlekonzern steht vor dem Bankrott. Peabody Energy in St. Louis teilte der Börsenaufsicht SEC mit, dass man Gläubigerschutz nach Kapitel 11 des US-Bankrottverfahrens in Anspruch nehme. »Wir könnten nicht ausreichend Liquidität haben, um weiterzuarbeiten«, erklärte Peabody und reihte sich damit in die Liste anderer Minenbetreiber ein, die mit der Pleite kämpfen.

Der Konzern betreibt 26 Kohleminen in den USA und Australien. Er schrieb in den vergangenen neun Quartalen rote Zahlen. Der Verlust belief sich 2015 auf zwei Milliarden Dollar (1,77 Milliarden Euro). Die Verbindlichkeiten bei den Gläubigern betragen 6,3 Milliarden Dollar.

Mit dem Anmelden des Vorkonkurses hat Peabody eine Schonfrist von 30 Tagen. Solange müssen Schulden nicht bedient werden. Wird keine Einigung mit den Gläubigern erzielt, ist Peabody bankrott. Einige Zahlungen stehen in Zusammenhang mit dem Kauf der australischen Mine Macarthur Coal. 2011 war Chinas Nachfrage nach australischer Kohle hoch. 2015 ging sie aber deutlich zurück. Um die australischen Minen zu halten, bis die Nachfrage wieder steigt, versuchte Peabody, drei Bergwerke im Westen der USA zu verkaufen. Der potenzielle Käufer machte aber einen Rückzieher.

Peabody ist nicht der erste US-Kohleförderer mit Problemen. Alpha Natural Resources, Arch Coal und Walter Energy stehen in Insolvenzverfahren. Der Druck auf die Firmen ist gewaltig: Der Kohlepreis sank seit 2011 um 62 Prozent, stellte die Energiebehörde fest. Gründe sind die zurückgehende Stahlproduktion in der ganzen Welt und die Unsicherheiten über die künftige Rolle der Kohle als Energielieferant.

Präsident Barack Obama kämpft zudem mit allen Mitteln für die Durchsetzung seiner Ziele zur Reduzierung der Schadstoffemissionen von Kohlekraftwerken. Er will die auf dem Weltklimagipfel von Paris gemachten Zusagen einhalten. Seine mögliche Nachfolgerin Hillary Clinton sagte auf einer Wahlveranstaltung, Pläne zum Umstieg auf erneuerbare Energien müssten von Plänen begleitet werden, Bergwerkszentren etwa in Kentucky, West Virginia oder Wyoming zu helfen: »Wir werden eine Menge Kohlekumpel und Kohlefirmen ohne Arbeit lassen.«

Derzeit stammt ein Drittel der in den USA produzierten Elektrizität aus Kohle. 2008 kam noch die Hälfte des Stroms aus Kohlekraftwerken. Nach Angaben der Energiebehörde wird inzwischen mehr Strom von Gas- als von Kohlekraftwerken produziert.

Peabody-Chef Glenn Kellow zeigte sich dennoch überzeugt, dass »Kohle für viele Jahrzehnte noch ein fundamentaler Bestandteil des Energiemixes bleiben wird«. Die Umweltschutzbehörde EPA geht für 2016 davon aus, dass 700 Millionen Tonnen Kohle gefördert werden. 2015 waren es 900 Millionen Tonnen.

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