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Telekom bietet 1,5 statt fünf Prozent

Erstmals Angebot des Unternehmens im laufenden Tarifstreit

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Das erste Angebot der Telekom liegt deutlich unter der ver.di-Forderung. 1,5 Prozent will sie ihren Tarifbeschäftigten in den nächsten zwölf Monaten zahlen.

In die Tarifverhandlungen zwischen der Dienstleistungsgewerkschaft ver.di und der Deutschen Telekom ist Bewegung gekommen: Am Dienstag streikten nach Gewerkschaftsangaben rund 3000 Beschäftigte aus den Bereichen Vertrieb und Service dezentral an mehreren deutschen Standorten. Am Dienstag trafen sich Vertreter beider Konfliktparteien in Berlin zur dritten Verhandlungsrunde, die am heutigen Mittwoch fortgesetzt wird. Ebenfalls am Montag legte der Konzern erstmals ein Tarifangebot vor, und zwar gleichzeitig den Medien wie auch den Verhandlungspartnern - was nach nd-Informationen nicht jeder als glückliche Lösung empfand.

Die Telekom strebt danach einen Tarifvertrag mit einer Laufzeit von zwei Jahren an. Die Gehälter der über 60 000 Tarifbeschäftigten und Auszubildenden sollen danach in zwei Schritten um insgesamt 2,8 Prozent steigen, rückwirkend ab 1. März um 1,5 Prozent, ein Jahr später dann um weitere 1,3 Prozent.

Ver.di hatte beklagt, dass die Gegenseite bisher auf ein verhandlungsfähiges Angebot verzichtet hatte und ein solches mit Warnstreiks, Protesten und Aktionen in den letzten Tagen eingefordert. Nach den ersten beiden Tarifrunden in Berlin und Bonn hatten sich Gewerkschaft und Konzern noch ergebnislos vertagt.

Der Verhandlungsleiter der Gewerkschaft, Frank Sauerland, mochte den nun erfolgten Vorschlag am Dienstag gegenüber »nd« nicht kommentieren: »Die Verhandlungen mit dem Arbeitgeber laufen ja noch. Die Verhandlungskommission wird sich zusammensetzen und das Angebot spätestens am Mittwoch kommentieren«, kündete der Tarifpolitikexperte von ver.di an.

Allzu euphorisch dürfte die Bewertung nicht ausfallen. Die Arbeitnehmervertreter stellen viel weiterreichende Forderungen: Ver.di will die Entgelte unmittelbar um fünf Prozent erhöht sehen - bei einer Laufzeit von nur einem Jahr. Untere Einkommen sollen stärker angehoben werden. Zudem sollen betriebsbedingte Kündigungen auch weiterhin ausgeschlossen werden.

1,5 statt fünf Prozent in den nächsten zwölf Monaten - da dürfte noch Gesprächsbedarf bestehen. Frank Sauerland pflegte in den letzten Tagen, die Kampfbereitschaft der Beschäftigten zu betonen. Ein Sprecher der Telekom sagte indes gegenüber »nd«, die gestrigen Aktionen seien »im erwartbaren Rahmen« geblieben. In Einzelfällen seien Termine ausrückender Servicetechniker verlegt worden. Zwar seien Call-Center durch Streik ausgefallen, doch andere Call-Center hätten deren Arbeit miterledigt.

Verdi beruft sich bei seinen Forderungen auf die tiefschwarzen Zahlen der Telekom, die wiederum auf die »sehr niedrige Inflationsrate« verweist, um Lohnzurückhaltung einzufordern. Das Angebot signalisiere die Bereitschaft der Arbeitgeberseite, sich am Verhandlungstisch zu einigen, betonte Verhandlungsführer Martin Seiler. Sofern man zuvor gemeinsam ein »tragfähiges Gesamtpaket« schnüre, werde die Telekom »auch zum Thema Kündigungsschutz« weiter gesprächsbereit sein, übte der Personalchef der Telekom Deutschland Druck auf seine Verhandlungspartner aus.

Die Verhandlungsergebnisse betreffen rund die Hälfte der 120 000 Beschäftigten der Telekom in Deutschland, nämlich die Tarifbeschäftigten, nicht jedoch die noch vom Beamtenstatus profitierenden Beschäftigten des einstigen Staatskonzerns und auch nicht die Teams einiger Konzerntöchter, die nicht unter den Tarifvertrag des Gesamtkonzerns fallen, darunter jene des Business-Kommunikations-Dienstleisters T-Systems.

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