Der DIW-Chef und die oligarchische Tendenz

Marcel Fratzscher will mehr Spenden von den Reichen, um Soziales zu finanzieren. Das ist keine gute Idee. Ein Kommentar

  • Von Tom Strohschneider
  • Lesedauer: ca. 2.5 Min.

Marcel Fratzscher sorgt seit einiger Zeit dafür, dass mehr über den wachsenden Reichtum einiger weniger und die zunehmende Armut von vielen gesprochen wird. Das ist gut so, denn das Thema Umverteilung kann größere Verbreitung gut gebrauchen. Die Verfestigung relativer Armut einerseits und die Entkoppelung politisch einflussreicher Vermögenseliten andererseits ist so etwas wie einer der Kernknoten der aktuellen politischen Herausforderungen. Wer darüber nicht reden will, sollte über den Rechtsruck in Europa, Entdemokratisierung und die Schwächung des Öffentlichen nicht reden. Dass Fratzscher, der auch Chef des Deutschen Instituts für Wirtschaftsforschung ist, dabei auch Selbstmarketing für sich und sein Buch sowie das DIW betreibt, das in Konkurrenz zu anderen ökonomischen Beratungsinstanzen steht, kann man kritisieren. Daran, dass der Wirtschaftswissenschafter ein politisch entscheidendes Thema in der Öffentlichkeit stärker macht, ände...


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