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Feuerwerk außer Kontrolle

Bei einem Brand an einem Hindhu-Tempel in Südindien sterben mehr als 100 Menschen

  • Von Annie Banerji, Delhi
  • Lesedauer: 3 Min.

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Am Puttingal-Devi-Tempel in der Stadt Paravu (Bundesstaat Kerala) wurde trotz behördlichen Verbots ein Feuerwerk gezündet. Dabei entzündeten sich Feuerwerkskörper, die im Tempel gelagert waren.

Ein Feuerwerk in einem indischen Tempel zum hinduistischen Neujahr endete in einer Tragödie: Nach ersten Erkenntnissen löste ein illegales Feuerwerk in der Nacht zum Sonntag einen Großbrand in dem Komplex aus, bei dem über hundert Menschen getötet und knapp 300 weitere verletzt wurden. Viele erlitten schlimme Brandwunden. Zu dem Spektakel hatten sich tausende Familien in dem Puttingdal-Devi-Tempel der Küstenstadt Paravu versammelt.

Die Marine und die Luftwaffe schickten Hubschrauber, um Schwerverletzte in Krankenhäuser zu bringen. Bis zum Morgen kämpften Feuerwehrleute gegen die Flammen, die mehrere Gebäude auf dem Tempelgelände zum Einsturz brachten. Anwohner und Polizisten halfen, unter den Trümmern begrabene Opfer zu bergen. Viele Tote waren bis zur Unkenntlichkeit verbrannt, andere wurden von den herabfallenden Trümmern verstümmelt.

Das Feuer brach gegen 3 Uhr nachts aus. Auf Fernsehaufnahmen sind mehrere heftige Explosionen zu hören, während sich dicke Rauchwolken über dem Gelände ausbreiten. Die Wucht der Detonationen ließ noch in hundert Metern Entfernung die Fensterscheiben zersplittern.

Auslöser des Unglücks war nach Angaben eines örtlichen Abgeordneten vermutlich eine Feuerwerksrakete, die während eines Wettbewerbs zweier Gruppen auf das Dach eines Gebäudes am Rande des Geländes fiel, in der das verbliebene Feuerwerk lagerte. Zum Glück seien zu dem Zeitpunkt bereits drei Viertel des Feuerwerks abgebrannt gewesen, sagte der Abgeordnete N.K. Premachandran zu NDTV. »Sonst hätte es noch viel, viel, viel mehr Opfer gegeben«.

Die Zahl der Toten könnte noch steigen, da viele Verletzte so schwere Verbrennungen erlitten. »Es wird auch viele Amputationen geben«, sagte der Chefmediziner D. Mohandas der Universitätsklinik in Keralas Hauptstadt Thiruvananthapuram. Keralas Regierungschef Chandy zufolge hatten die Tempelmitarbeiter das Feuerwerk abgehalten, obwohl ihnen von den örtlichen Behörden eine Genehmigung aus Sorge um die Sicherheit verweigert worden war. Anwohner berichteten, sie hätten sich schon früher bei den Behörden über mangelnde Sicherheitsvorkehrungen bei Feuerwerken beklagt. Die Polizei leitete ein Strafverfahren gegen die Tempelverwaltung ein.

Ministerpräsident Narendra Modi kündigte seinen Besuch am Ort der Tragödie an. Er versprach, die Angehörigen der Toten mit 200 000 Rupien (2600 Euro) zu unterstützen, die Verletzten sollten 50 000 Rupien erhalten. »Meine Gedanken sind bei den Familien der Toten und ich bete für die Verletzten«, schrieb er auf Twitter. Das Unglück sei herzzerreißend und schockierend.

Papst Franziskus hat den Angehörigen der Opfer des Brandes sein Beileid ausgedrückt. Das Kirchenoberhaupt sei sehr traurig über die Nachricht des »tragischen Feuers« im Puttingal-Tempel und bete für alle betroffenen Menschen sowie auch für die Rettungskräfte, hieß es am Sonntag in einem Schreiben von Kardinalstaatssekretär Pietro Parolin.

In Indien kommt es in Tempeln und auf religiösen Festivals immer wieder zu tödlichen Bränden und Massenpaniken. Grund sind dabei oft mangelhafte Sicherheitsvorkehrungen. Im Jahr 2008 wurden binnen zwei Monaten mehr als 370 Pilger bei Massenpaniken in den Bundesstaaten Himachal Pradesh und Rajasthan getötet. AFP

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