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23 Sekunden vor der Schlusssirene

EHC München steht nach Sieg im Halbfinalkrimi erstmals im Meisterschaftsendspiel

  • Von Klaus Bergmann, München
  • Lesedauer: 3 Min.

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Im sechsten DEL-Jahr greift der EHC München nach der Meisterkrone. Für den Kapitän ist es eine Premiere, der Trainer weiß, wie’s geht. Der Krimi gegen Köln liefert einen Vorgeschmack auf die Finalspiele.

Das Münchner Eishockeyprojekt steht vor der lange angestrebten Krönung. Sechs Jahre nach dem Aufstieg steht der EHC erstmals im DEL-Finale, der Meistertitel ist zum Greifen nah für die mit reichlich Red-Bull-Geldern gesponserten Bayern. »Es ist ein super Gefühl. Wir sind im Finale. Unser Weg ist hoffentlich noch nicht zu Ende«, verkündete Kapitän Michael Wolf, der nach 592 DEL-Spielen mit 532 Scorerpunkten erstmals überhaupt im Endspiel steht.

»Wir sind jetzt einfach nur froh«, sagte der 35-Jährige nach dem entscheidenden vierten Sieg im fünften Halbfinalspiel gegen die Kölner Haie. Der Krimi am Freitagabend bot einen Vorgeschmack auf das, was die Bullen und ihre Fans in der Finalserie gegen die Grizzlys Wolfsburg oder den fränkischen Rivalen Nürnberg Ice Tigers erwarten dürfte: Große Emotionen, große Kämpfe, große Spannung.

Beim dramatischen 5:4 gegen Köln war es Nationalstürmer Frank Mauer, der das Münchner Eisstadion erbeben ließ. Sein goldener Schuss zum umjubelten Siegtor 23 Sekunden vor der Schlusssirene versetzte Spieler und Zuschauer in einen irren Freudentaumel. Es war der emotionale Höhepunkt »in einem verrückten Spiel mit einem unglaublichen Ende«, wie EHC-Coach Don Jackson resümierte. »Ich bin nur happy«, äußerte Mauer, der gefeierte Matchwinner. »Es war ein super Teamding, was wir durchgezogen haben.«

Nur elf Sekunden nach dem Kölner 4:4 durch Dragan Umicevic hatten die Münchner entscheidend zurückgeschlagen. Die über 6000 Zuschauer flippten aus. »Die Mannschaft zeigt Charakter«, sagte Verteidiger Toni Söderholm. »Ich bin stolz auf meine Mannschaft. Alle Spieler haben ihren Teil zum Einzug ins Finale beigetragen«, formulierte Jackson mit ruhiger Stimme. Der bald Sechzigjährige kann schon im zweiten Jahr seinen Job in München mit dem Meistertitel erfüllen.

Jackson weiß, wie deutscher Meister geht: Für den US-Amerikaner ist es in seiner zehnten DEL-Saison die siebte Finalteilnahme. 2006 scheiterte er noch mit Düsseldorf an den Eisbären Berlin, mit denen er später gleich fünf Meistertitel sammelte.

Im spontanen Freudentaumel war es den EHC-Cracks vollkommen egal, gegen wen sie vom kommenden Freitag an um den Titel kämpfen müssen. »Wir müssen fokussiert sein und füreinander spielen. Das reicht eigentlich schon«, sagte Mauer selbstbewusst: »Es ist eine tolle Sache für die Fans, den Verein und die Stadt. Wir genießen den Moment.« Über seinen großen Moment beim Siegtor gegen Köln äußerte der Nationalspieler: »Ich habe einfach nur geschossen - und da war das Ding drin. Groß nachgedacht habe ich nicht.«

Im Gegensatz zum Finalgegner Wolfsburg, die am Sonntag mit 2:1 das sechste Halbfinalduell gegen Nürnberg gewann und sich in der best-of-seven-Serie mit 4:2 durchsetzte, konnten die Münchner am Wochenende durchschnaufen, den Endspieleinzug genießen und neue Kräfte sammeln. »Köln hat uns alles abverlangt«, sagte Mauer. »Wir werden uns jetzt ein paar Tage erholen«, kündigte EHC-Trainer Jackson an. Verteidiger Söderholm gab die Marschroute vor: »Nach dem Wochenende werden wir weiter arbeiten. Wir müssen am Freitag bereit sein.« dpa/nd

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