Sie empfingen uns, als würden wir zur Familie gehören

  • Von Erik Rohrbach, Frankfurt (Oder)
  • Lesedauer: ca. 3.0 Min.

Während meiner drei Jahre an der Erdgastrasse in der Sowjetunion hatte ich bewegende persönliche Gespräche mit einfachen, mir an mein Herz gewachsenen Menschen.

Mit einem sehr mulmigen Gefühl und nicht ahnend, was mich erwartete, fuhr ich mit Freunden aus der DDR im November 1983 zu russischen Menschen in ein Dorf. Was wir vorher auch nicht wussten: Wir junge Bürger aus der DDR waren die ersten Deutschen nach dem Zweiten Weltkrieg in diesem typisch russischen Dorf mit den blau-grünen Holzhäusern. Das war ein sehr spontanes Treffen, 400 km von Moskau entfernt. Mit verordneter Freundschaft, wie uns der Zeitgeist heute solche Kontakte einzureden versucht, hatte das nichts zu tun.

Wir waren Gast eines Ehepaars, Teilnehmer am Großen Vaterländischen Krieg und weit über siebzig Jahre. Sie empfingen uns vor ihrem Haus so, als würden wir zu ihrer Familie gehören. Ich war davon sehr beeindruckt, denn wir kamen ja als Fremde, hatten uns...


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