Belagerung in Diyarbakir

Bürgermeisterin der kurdischen Metropole berichtet vom Ausnahmezustand in der Türkei

Gültan Kışanak ist seit 2014 Oberbürgermeisterin der kurdisch bewohnten und im Südosten der Türkei gelegenen Großstadt Diyarbakır. Die 54-Jährige studierte Journalistin engagierte sich in mehreren pro-kurdischen Parteien und ist derzeit Abgeordnete der Demokratischen Partei der Regionen (DBP). Mit der kurdischen Politikerin sprach in Berlin Sebastian Bähr.

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Ja.

Was halten Sie davon, dass die türkische Regierung eine Bestrafung von einem deutschen Satiriker für ein Gedicht fordert?
Das ist ein Paradebeispiel für das Demokratieproblem, dass wir in der Türkei haben. Hier kann es sich niemand erlauben, über Erdogan eine derartige Parodie zu bringen. Sogar Menschen, die lediglich einen Tweet verfassen, werden angezeigt. Erdogan erlaubt es sich, in die Pressefreiheit anderer Länder wie Deutschland einzugreifen. Für ihn ist das eine Machtdemonstration.

Stichwort Machtdemonstration: Wie ist die Situation in Diyarbakır? Wird noch gekämpft?
In fünf Stadtteilen gibt es immer noch Ausgangssperren, die mittlerweile über vier Monate anhalten. Tausende Menschen mussten ihre Wohnungen verlassen. Hunderte öffentliche Einrichtungen wie Museen und Moscheen wurden zerstört. Über 20 000 Menschen haben keine Wohnung mehr, in die sie zurück können.

Es gab Berichte, d...



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