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Neues Bündnis zu Ganztagsschulen

Zusammenschluss fordert bessere Bedingungen und mehr Personal für Tausende Schüler

Damit die Berliner Ganztagsschulen ihren Bildungs- und Erziehungsauftrag erfüllen können, braucht es grundlegende Verbesserungen, forderte ein neues Bündnis am Dienstag.

Tausende Schüler besuchen in Berlin eine Ganztagsschule. Die Schüler verbringen an diesen Bildungseinrichtungen den ganzen Tag. Insgesamt gibt es 438 Grundschulen mit 164 000 Schülern. 27 000 Kinder besuchen eine sogenannte gebundene Ganztagsschule, der Rest offene. Mit dem ganztägigen Angebot steigt auch die Verantwortung, die Bedingungen für das Aufwachsen der Kinder zu sichern. Aus pädagogischer Sicht haben die Ganztagsschulen die Aufgabe, die bestmögliche altersentsprechende Begleitung und Förderung der Kinder sicherzustellen, heißt es in der Erklärung des neuen »Berliner Bündnis Qualität im Ganztag«. Der Zusammenschluss aus Verbänden, Eltern und der Gewerkschaft Erziehung und Wissenschaft (GEW) trat am Dienstag erstmals mit einer Erklärung in die Öffentlichkeit.

Zu den Erstunterzeichnern des Bündnisses für die Verbesserung der Bedingungen in den Ganztagsschulen zählen darüber hinaus unter anderem der Landesverband der Arbeiterwohlfahrt, der Dachverband Berliner Kinder- und Schülerläden, das Diakonische Werk, der Grundschulverband, der Paritätische Wohlfahrtsverband sowie der Landeselternausschuss.

Zwar gibt es seit 2005 an allen Grundschulen Nachmittagsangebote, die Qualität der Betreuung habe sich seitdem aber verschlechtert, kritisierten die Vertreter von Eltern, Erziehern und Trägern der Einrichtungen. »Die Ganztagsschule in Berlin braucht einen Qualitätsschub. Da müssen wir Geld in die Hand nehmen, da braucht es mehr qualifiziertes Personal«, forderte die Vorsitzende der Erziehergewerkschaft GEW, Doreen Siebernik.

Drei Kernforderungen hat das Bündnis für die Ganztagsschulen ausgearbeitet. Neben der Aufstockung der Erzieherstellen geht es um den »freien Zugang zur Ganztagsgrundschule« für alle Kinder bis 16 Uhr. »Wer Bildungsgerechtigkeit und damit Chancengerechtigkeit haben will, muss sicherstellen, dass auch alle Kinder selbstverständlich am Ganztag teilhaben können«, sagt Elvira Kriebel, Referentin für schulbezogene Jugendhilfe im Paritätischen Wohlfahrtsverband Berlin mit Blick auf die bestehenden Angebotslücken.

Die dritte Forderung bezieht sich auf den Platz, der den Schülern in den Ganztagseinrichtungen zur Verfügung steht. Mindestens drei Quadratmeter »pädagogische Nutzflächen« seien nötig, heißt es. »Platz zum erfolgreichen Lernen, Platz zum ruhigen Mittagessen, Platz zum Chillen und Ausruhen«, sagt Oliver Görs vom Landeselternausschuss. Die Schulen seien für die Kinder die wichtigsten Lebensräume, genau wie die Stadt sollte dieser ebenfalls wachsen.

Ziel des Bündnisses für die Ganztagsschulen ist es nun, den Kontakt zur Politik in der Stadt zu suchen. Insgesamt rechnet der Zusammenschluss mit Kosten für seine Forderungen in Höhe von 140 Millionen Euro. Mit dpa

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