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Paul Mason plädiert für ein Grundeinkommen

Ausgezeichneter Wirtschaftsjournalist sorgt mit seinem Buch »Postkapitalismus« für Furore

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Ein würdiger Nachfolger von Karl Marx wurde er genannt, »Postkapitalismus«-Autor Paul Mason hat mit seinem Buch offenbar einen Nerv getroffen. Er ist überzeugt: In der digitalen Revolution liegt eine große Chance.

Berlin. Mit seinem Buch »Postkapitalismus« macht er Furore. In den Feuilletons und unter Linken wird über ihn viel diskutiert. Der britische »Guardian« nennt ihn sogar einen »würdigen Nachfolger von Marx« - Paul Mason hat offenbar einen Nerv getroffen. Im nd-Gespräch plädiert der Journalist für ein bedingungsloses Grundeinkommen. »Zunächst sollte man den Menschen die Zeit geben, damit sie in ihrer Freizeit produktiv sein können«, sagt Mason. Es sei nämlich keineswegs so, dass die Bezieher eines solchen Existenzgeldes nur auf der Couch sitzen und fernsehen würden, wenn ihre Arbeitszeit reduziert wird. »Nein, sie werden produktiv«, so Mason. »Ein bedingungsloses Grundeinkommen wäre da ein Schritt in die richtige Richtung.«

Als Beispiel für ein produktives Engagement von Menschen in ihrer Freizeit nennt Mason die Online-Enzyklopädie Wikipedia. Wer sich dafür engagiert, betreibe nicht etwa nur ein Hobby. Stattdessen sieht Mason in solchen »kollaborativen Produktionen« jenseits von Staat und Markt einen dritten wirtschaftlichen Sektor – in dem sich, so Mason, bereits der Kern einer neuen, post-kapitalistischen Gesellschaft herauspräge.

»Die Mauern werden fallen, die das Eigentum schützen«
Paul Mason macht mit seinem Buch »Postkapitalismus« Furore. Warum in der digitalen Revolution eine Chance für eine gesellschaftliche Revolution liegt – ein Gespräch.

»Ähnlich war es übrigens auch beim Übergang vom Feudalismus zum Kapitalismus«, sagt Mason. Die ersten Unternehmen und Banken hätten damals noch etwas Inoffizielles und Verborgenes an sich gehabt - dann sei es im 17. Jahrhundert zum Aufstieg der Niederländischen Ostindien-Kompanie und der Britischen Ostindien-Kompanie gekommen. »Damit wurden inoffizielle Strukturen plötzlich etwas ganz Offizielles und Mächtiges«, so der Journalist. Parallelen sieht er zu kollaborativen Projekten wie Wikipedia oder Linux: »Etwas, das heute noch wie ein Hobby ausschaut, ist bereits der Kern eines neuen Wirtschaftsmodells.«

Masons neues Buch versucht die »Grundrisse einer kommenden Ökonomie« auszuloten. Er setzt sich darin mit den ökonomischen Krisen des real existierenden Kapitalismus, mit der zunehmenden Digitalisierung und mit einer möglichen Überwindung des Kapitalismus auseinander. Den sieht Mason nicht zuletzt aufgrund der zunehmenden Digitalisierung auf dem absteigenden Ast. Digitale Werte würden sich angesichts ihrer prinzipiell unendlichen Reproduzierbarkeit schnell verflüchtigen. Versuche, dies mit Hilfe von Urheberrechten zu verhindern, sind Mason zufolge zum Scheitern bestimmt: »So ein Rechtssystem funktioniert nur, indem es Anwälte tagtäglich wieder aufbauen. Doch so läuft der Kapitalismus nicht.« Man habe schon am Beispiel der Sowjetunion beobachten können, was mit Systemen passiere, die nur noch von Bürokraten aufrechterhalten werden, so Mason: »Sie scheitern. Deswegen werden auch die Mauern fallen, die errichtet wurden, um das digitale Eigentum zu schützen.« nd

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