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Istanbul: Wasserwerfer tötet 57-Jährigen

Mann wird überrollt und stirbt im Krankenhaus / Zehntausende demonstrieren zum 1. Mai / Taksim-Platz von Riesenaufgebot der Polizei abgeriegelt / Mindestens 40 Festnahmen schon am Morgen

Update 13.35 Uhr: Polizei geht weiter hart gegen Demonstranten vor
In Istanbul gehen Hundertschaften der Polizei weiterhin mit Pfefferspray und Wasserwerfern massiv gegen Teilnehmer verschiedener 1.Mai-Demonstrationen vor. Immer wieder gelang es trotz der massiven Behinderungen der Polizei einzelnen Aktivisten zum symbolischträchtigen Taksim-Platz im Zentrum der Stadt zu gelangen. So wurden laut »Hürriyet Daily News« etwa 20 Anhänger der linksradikalen »Volksbefreiungspartei« (HKP) von der Polizei auf dem Taksim zunächst einkesselt und schließlich festgnommen. Die Behörden hatten jegliche Proteste rund um den Platz im Vorfeld verbieten lassen.

Istanbul: Wasserwerfer tötet 57-Jährigen

Berlin. In Istanbul ist ein Mann von einem Wasserwerfer der Sicherheitskräfte überfahren und getötet worden. Wie unter anderem die englische Ausgabe der Zeitung »Hürriyet« meldet, sei der 57-jährige Nagel Mavus von einem Wasserwerfen überrollt worden, als er eine Straße im Istanbuler Stadtteil Beyoglu überquerte. Der Schwerverletzte verstarb wenig später in einem Krankenhaus. Der Wasserwerfer gehört zu einem enormen Aufgebot an Sicherheitskräften, mit dem linke und regierungskritische Demonstrationen zum 1. Mai in Istanbul verhindert werden sollen.

Derzeit heißt es von vor Ort, rund 50.000 Menschen seien allein bei der erlaubten Kundgebung der Gewerkschaften in Bakirköy. Die Polizei habe im Stadtgebiet bereits Wasserwerfer und Tränengas gegen Demonstranten eingesetzt, die ins Stadtzentrum vordringen wollten, wo Kundgebungen verboten wurden. Der symbolische Taksim-Platz im Zentrum ist praktisch zur Sperrzone erklärt worden.

Gewerkschaften riefen in diesem Jahr deswegen und aus Sicherheitsgründen zu einer Versammlung außerhalb des Zentrums auf. Ein dpa-Reporter berichtete, die Polizei habe Tränengas und Wasserwerfer gegen kleinere Gruppen von Demonstranten eingesetzt, die zum Taksim-Platz vordringen wollten. Demonstranten skandierten »Nieder mit Faschismus« und »Lang lebe der 1. Mai«. Es habe bereits über 40 Festnahmen gegeben. Anadolu meldete, in Istanbul stünden 15.000 Polizisten und 120 Wasserwerfer bereit. In anderen Berichten war von einem noch größeren Aufgebot die Rede. Hubschrauber kreisten über der Stadt.

Derweil hat es in der südosttürkischen Stadt Gaziantep einen Anschlag auf das dortige Polizei-Hauptquartier gegeben. Das Amt des Gouverneurs teilte mit, ein Polizist sei bei der Detonation am Morgen des Maifeiertages vor dem Gebäude getötet worden. 19 Polizisten und vier Zivilisten seien bei dem »heimtückischen Angriff« am Sonntag verletzt worden. Auf Fernsehbildern waren Krankenwagen an der Einfahrt zu dem Polizei-Hauptquartier zu sehen, Trümmer lagen auf der Straße. Fernsehbilder zeigten chaotische Szenen am Tatort, wo sich Sanitäter um die Verwundeten kümmerten. Zu dem Anschlag bekannte sich zunächst niemand.

Gaziantep liegt unweit der syrischen Grenze. Am Samstag vergangener Woche hatte Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) die Stadt besucht, um sich ein Bild von der Lage der syrischen Flüchtlinge in der Türkei zu machen. Sie weihte in Gaziantep ein mit EU-Geldern finanziertes Kinderschutzzentrum ein und sprach mit geflüchteten Kindern. Gemeinsam mit EU-Ratspräsident Donald Tusk und Vize-EU-Kommissionspräsident Frans Timmermans besuchte Merkel nahe Gaziantep ein Flüchtlingslager. Agenturen/nd

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