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Labour-Politiker Khan ist Londons neuer Bürgermeister

Labour schneidet doch nicht so schwach ab / Verluste bei den Regional- und Kommunalwahlen - aber Hochburgen verteidigt / Linker Parteichef Corbyn besteht den Test / Rechtsaußen-Partei Ukip gewinnt in Wales und England dazu

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Update 18.40 Uhr: Labour-Politikers Sadiq Khan gewinnt in London
Bei der Bürgermeisterwahl in London hat der Labour-Politiker Sadiq Khan gewonnen. Das berichten englische Zeitungen. Der konservative Rivale Zac Goldsmith war nach Auszählung fast aller Erststimmen am Freitagnachmittag bereits deutlich abgeschlagen gewesen. Khan ist der erste muslimische Bürgermeister Londons. Der populäre konservative Bürgermeister Boris Johnson war nach acht Jahren nicht mehr angetreten. Bei den Regional- und Kommunalwahlen in Großbritannien hatte die Labour-Partei vor allem in Schottland einige Verluste verkraften müssen. Auch bei Kommunalwahlen in England gingen einige Dutzend Mandate verloren. So heftig wie von vielen zuvor vorausgesagt war das Abschneiden für die Partei von Jeremy Corbyn aber nicht ausgefallen.

Update 10.45 Uhr: UKIP-Politiker Neil Hamilton in Wales gewählt
Das ehemalige Mitglied der konservativen MP Neil Hamilton, hat in Wales einen Sitz für die rechtspopulistische UKIP gewonnen. Damit hat die Partei bislang sechs Mandate errungen.

Update 10.30 Uhr: Trump sieht Großbritannien ohne EU auf besserem Weg
Der designierte Präsidentschaftskandidat der US-Republikaner, Donald Trump, hat sich für einen Austritt Großbritanniens aus der EU ausgesprochen. »Ich würde sagen, sie wären ohne sie (die Europäische Union) besser dran«, sagte Trump dem US-Fernsehsender Fox News. »Ich glaube, dass die Einwanderung (von Flüchtlingen) eine fürchterliche Sache für Europa gewesen ist und zu einem großen Teil von der EU befördert wurde.«

Update 8.10 Uhr: SNP spricht von »historischem« Sieg
Nach den Regionalwahlen in Schottland hat Regierungschefin Nicola Sturgeon einen »historischen« Sieg ihrer Schottischen Nationalpartei (SNP) verkündet. Obwohl noch nicht alle Stimmen ausgezählt seien, stehe schon jetzt »ohne Zweifel« fest, dass die SNP zum dritten Mal in Folge die Wahl des schottischen Regionalparlaments gewonnen habe, sagte Sturgeon am Freitag. Damit habe die SNP »heute Nacht Geschichte geschrieben«.

Update 7 Uhr: St Ives stimmt über Immobilienkäufe ab
Während viele Londoner ihre Hoffnungen auf eine Entspannung am Immobilienmarkt in einen neuen Bürgermeister setzten, hat das malerische St Ives in Cornwall gleich Nägel mit Köpfen gemacht. Gleichzeitig zu den landesweiten Regional- und Kommunalwahlen am Donnerstag in Großbritannien rief der Urlaubsort an der Spitze Cornwalls seine Bürger auf, zu entscheiden, ob Auswärtige in Zukunft von bestimmten Immobilienkäufen ausgeschlossen werden sollen. Hintergrund sind dramatisch gestiegene Preise für Häuser und Wohnungen. Kaum noch ein Einheimischer kann es sich leisten, in dem Ort ein Eigenheim zu erwerben. Schuld daran, so glauben viele, sind zahlungskräftige Käufer von auswärts, die lediglich ein Ferienhaus oder eine lukrative Geldanlage suchen. Deren Immobilien stünden dann oft leer. Sollte der Plan des Rathauses Zustimmung finden, müssten neu erworbene Immobilien dauerhaft bewohnt werden. Kritische Stimmen befürchteten, solch restriktive Regeln könnten Touristen verschrecken. Und die braucht St Ives mindestens genau so dringend wie bezahlbaren Wohnraum.

Labour schneidet doch nicht so schwach ab

Berlin. Die Wahlen waren zum ersten wirklichen Test für den linken Labour-Chef Jeremy Corbyn erklärt worden - und man hatte der Partei deutliche Verluste vorausgesagt. Doch nach der Auszählung eines Großteils der Stimmen sieht es so aus, als ob die Partei bei den Regional- und Kommunalwahlen in Großbritannien doch nicht so schwach abgeschnitten hat. Selbst im konservativ geprägten Süden des Landes konnte Labour ersten Auszählungsergebnissen zufolge einige seiner wenigen Hochburgen verteidigen.

Die BBC berichtet, Labour habe zwar im Vergleich zu den kommunalen und regionalen Wahlen der Jahre 2011 und 2012 an Boden verloren - im Hinblick auf das desaströse Ergebnis der nationalen Parlamentswahl 2015 gewinnt die Arbeiterpartei aber sogar wieder Terrain zurück. Die konservativen Tories dagegen schneiden schlechter ab als im vergangenen Jahr. Für Corbyn ist das Glas also nach Lage der bisherigen Dinge eher halb voll als halb leer. Zuvor hatte es geheißen: »Umfragen sagen der Labour-Partei von Jeremy Corbyn bei den Regional- und Kommunalwahlen herbe Verluste voraus.«

Bei dem von den Medien »Super Thursday« getauften Wahltag steht Labour in England nach Auszählung von rund 80 der 124 Kommunalparlamente mit 775 Sitzen klar vorn - die Partei hat 24 Sitze verloren. Die Ergebnisse werden nun immer weiter aktualisiert. Die Rechtsaußen-Partei Ukip erreicht bisher 28 Sitze - 20 mehr als bisher.

In Wales büßt Labour bei der Regionalwahl Prozente ein, bleibt aber auch hier nach Auszählung von 32 der 40 Wahlkreise mit 34,6 Prozent vorn. Die britische Rechtsaußen-Partei Ukip zieht mit derzeit 13,4 Prozent erstmals in das Parlament von Wales ein. Parteich Nigel Farage sprach deshalb bereits von einem »Durchbruch« für seine Partei. Die Mitte-Links-Partei Plaid Cymru (Walisische Partei) steht in der laufenden Auszählung mit 23 Prozent auf Platz zwei, die Konservativen verlieren und kommen mit etwa 18 Prozent auf den dritten Rang. Auch die Liberal-Demokraten verlieren an Boden.

In Schottland sind die Verluste für Labour noch deutlicher, hier kommt die Partei von Corbyn auf 23,3 Prozent nach Auszählung von 69 von 73 Wahlkreisen und steht nur noch knapp vor den konservativen Tories, die acht Prozent zulegen können. Die linksgerichtete schottische Nationalpartei SNP gewinnt die Wahlen mit über 46 Prozent. Bereits vor der Wahl regierten sie ohne Partner. Corbyn hatte kaum eine Rolle gespielt im schottischen Wahlkampf. »Es könnte sein, dass das Endergebnis für Jeremy Corbyn nicht ganz so schlecht aussieht«, sagte John Curtice, Politikprofessor aus Glasgow im BBC-Fernsehen. Überrascht zeigten sich Experten über starke Zuwächse bei den Konservativen in einigen Teilen Schottlands.

40 Millionen Briten waren am Donnerstag dazu aufgerufen, Regional- und Kommunalparlamente zu wählen. Neben London stand auch in anderen Großstädten der Bürgermeister zur Wahl. Schottland, Wales und Nordirland bestimmten neue Volksvertreter. Die Auszählung der Stimmen dauerte in den frühen Morgenstunden noch an. Agenturen/nd

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