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Margot Honecker ist tot

Frühere SED-Politikerin starb im Alter von 89 Jahren in Chile

Berlin. Die langjährige DDR-Volksbildungsministerin Margot Honecker ist tot. Nach übereinstimmenden Berichten mehrerer chilenischer Medien starb die Witwe der einstigen Partei- und Staatschefs Erich Honecker in der chilenischen Hauptstadt Santiago im Alter von 89 Jahren. Seit 1992 lebte sie dort zurückgezogen von der Öffentlichkeit, in der Nähe ihrer Tochter Sonja und der Enkelkinder. Agenturinformationen zufolge erlag sie einem Krebsleiden. Mit Interviews und Erklärungen trat sie nur noch selten in Erscheinung. Sie soll bereits an diesem Samstag auf dem Friedhof Parque del Recuerdo in Santiago beerdigt werden.

Die in Halle geborene Margot Honecker stammte aus einer Arbeiterfamilie und war seit 1945 Mitglied der Kommunistischen Partei. Sie übernahm schnell politische Funktionen und wurde 1948 Vorsitzende der Pionerorganisation »Ernst Thälmann«. Von 1963 bis zur Wende 1989 amtierte sie als Ministerin für Volksbildung. Sie stand für ein hohes Niveau des Bildungssystems ebenso wie für eine strikte Ideologisierung. Im November trat sie unter dem Eindruck der Massenproteste zurück. Zunächst wurden sie und ihr Mann von einem Pfarrer in Brandenburg aufgenommen; später flog das Ehepaar nach Moskau, um einer Strafverfolgung in Deutschland zu entgehen, und begab sich dort in die chilenische Botschaft. Während Erich Honecker wieder nach Deutschland ausgeliefert wurde, konnte seine Frau nach Chile ausreisen. Dort hatten die Honeckers viele politische Freunde, seit die DDR in den 70er Jahren Tausenden Verfolgten der Pinochet-Diktatur Asyl gewährt hatte. Honecker wurde in Berlin gemeinsam mit anderen SED-Funktionären wegen der Mauertoten vor Gericht gestellt; das Verfahren gegen ihn wurde aus gesundheitlichen Gründen eingestellt. Honecker flog ebenfalls nach Chile, wo er 1994 starb. nd/Agenturen

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