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Kerstin Ewald fordert einen Runden Tisch in der Lausitz

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Die Blockadeaktion der Lausitzer Braunkohlewirtschaft war ein Erfolg. Die Lausitz leidet aber schon seit langem am Konflikt zwischen Kohlegegnern und -befürwortern. Es fehlen Angebote und Chancen.

Die Klimabewegung feiert das Klimacamp und die Blockadeaktion der Lausitzer Braunkohlewirtschaft als ihren Erfolg. Zu Recht, er war schwer erarbeitet. Seit Monaten trainierten die jungen Klimakämpfenden für die Blockade, zu den Vorbereitungstreffen fuhren sie stundenlang über Land. Sie sind ausdauernd, eloquent und diszipliniert. Wenn es der Kampf für die Klimarettung und gegen Kapitalismus verlangt, sind sie gut im Verzicht. Keiner meckert, alle fröhlich. Auch wenn man nach halbstündigem Schlangestehen vor der Küche des Klimacamps endlich an der Reihe ist und in den leeren Suppentopf blickt. Die Protestierenden stehen früh auf, nehmen lange Fußmärsche in Kauf, verbringen Nächte im Freien. Ihre Blockaden werden strategisch durch sogenannte Finger aufgebaut. Es könnte einem der Begriff »Fingersoldaten« durch den Kopf schießen, wäre die Bewegung nicht gewaltlos und übten sich die Teilnehmenden nicht konsequent in Basisdemokratie.

Die Lausitzer Kohlekumpel und die über hundert Jahre mit dem Bergbau verbundenen Familien indes lassen sich von der Blockade kaum beeindrucken. Ihre Wut gegen die dort oben und die von außen ist ungebrochen. Die Lausitz leidet schon seit langem an den Verwerfungen zwischen Befürwortern und Gegnern der Kohle. Sie sind auch eine Folge der Missachtung existenzieller Bedürfnisse und Befindlichkeiten der Menschen in der Lausitz. Was sie brauchen sind echte Angebote der Beteiligung und eine veritable Chance für die Zeit nach dem Ende der Kohlewirtschaft. Runde Tische könnten ein Anfang sein.

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