Werbung

Edler Baulöwe

Personalie: Klaus Groth, Urgestein der
West-Berliner Filzokratie

Bei uns droht die ABOkalypse!

Wir brauchen zahlende Digitalleser/innen.

Unterstütze uns und überlasse die Informationsflanke nicht den Rechten!

Mach mit! Dein freiwilliger, regelmäßiger Beitrag:

Was soll das sein

Wir setzen ab sofort noch stärker auf die Einsicht der Leser*innen, dass linker Journalismus auch im Internet nicht gratis zu haben ist – mit unserer »sanften« nd-Zahlschranke.

Wir blenden einen Banner über jedem Artikel ein, verbunden mit der Aufforderung sich doch an der Finanzierung und Sicherstellung von unabhängigem linkem Journalismus zu beteiligen. Ein geeigneter Weg besonders für nd-Online-User, die kein Abo abschließen möchten, die Existenz des »nd« aber unterstützen wollen.

Sie können den zu zahlenden Betrag und die Laufzeit frei wählen - damit sichern Sie auch weiterhin linken Journalismus.

Aber: Für die Nutzung von ndPlus und E-Paper benötigen Sie ein reguläres Digitalabo.

Nordöstlich von Flensburg liegt die Kleinstadt Glücksburg an der schleswig-holsteinischen Ostseeküste. Hier begann die berufliche Laufbahn von Klaus Groth als Beamter der Stadtverwaltung.

Inzwischen sorgt der heute 78-jährige Baulöwe für Schlagzeilen in der Hauptstadtpresse. Mehrmals soll er 9950 Euro an Berliner Gliederungen von SPD und CDU überwiesen haben, darunter auch an den Lichtenberger Kreisverband des Bausenators Andreas Geisel (SPD). Der ist in Bedrängnis, denn das Muster erinnert fatal an den West-Berliner Filz, der schließlich zum Skandal um die Bankgesellschaft führte. Eine Riesensumme schuldete 2001 Groths Baukonzern der Bank. Damals, nach dem Ende der hemmungslosen Selbstbedienung an Steuergeldern, funktionierte das Geschäftsmodell nicht mehr.

Doch der Reihe nach. Bereits in Schleswig-Holstein verdiente Groth sich seine Sporen in jener Sphäre zwischen Politik und Bauwirtschaft. Schon 1977 interessierte sich die Kieler Staatsanwaltschaft für Gelder, die flossen, um eine Müllverbrennungsanlage bauen zu können. Damals bezeichnete der CDU-Ministerpräsident Uwe Barschel die Vorwürfe gegen seinen Parteifreund als »unlauter und unseriös«.

Anfang der 1980er Jahre kam Groth nach Berlin, der soziale Wohnungsbau mit seinen steuerfinanzierten Traumrenditen lockte. 251 Mitarbeiter, unter anderem von Wohnungsbaukreditanstalt und Bauverwaltung konnten sich über erlesene Weine freuen.

Er ist gut bekannt mit allen, die im Berliner Bauwesen etwas zu sagen hatten und haben, sei es der ehemalige Chef der Berlin-Hyp, Klaus Landowsky (CDU), oder Ex-Bausenator Peter Strieder (SPD). Nach 2001 war Groth erst mal von der Bildfläche verschwunden. Mit unter anderem der Bebauung am Mauerpark, einem umstrittenen Projekt, tauchte er wieder auf. Bausenator Geisel zog die Planung an sich, damit es vorwärtsgeht. Generell hänge man Spenden nicht an die große Glocke, sagt eine Firmensprecherin Groths. Egal ob man Parteien oder Sozial- und Bildungsprojekte bedenke. Wie edel und bescheiden.

ndPlus

Ein kleiner aber feiner Teil unseres Angebots steht nur Abonnenten in voller Länge zur Verfügung. Mit Ihrem Abo haben Sie Vollzugriff auf sämtliche Artikel seit 1990 und helfen mit, das Online-Angebot des nd mit so vielen frei verfügbaren Artikeln wie möglich finanziell zu sichern.

Testzugang sichern!