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Was vorher war, zählt nicht

Für Trainer Guardiola geht es im DFB-Pokalfinale gegen Dortmund um mehr als eine Trophäe

  • Von Alexander Ludewig
  • Lesedauer: 3 Min.
Thomas Tuchel hat im ersten Jahr als Dortmunder Trainer die Erwartungen erfüllt. Für den Kollegen beim FC Bayern gilt das nach drei Jahren noch immer nicht.

Keine Finalpaarung gab es häufiger. Wenn an diesem Sonnabend im Berliner Olympiastadion zum 73. Mal der deutsche Pokalsieger ermittelt wird, treffen zum vierten Mal in der Endspielgeschichte der FC Bayern München und Borussia Dortmund aufeinander. Eine lange Tradition hat dieses Duell dennoch nicht: Erst innerhalb der vergangenen acht Jahre spielten beide Klubs um die zweitwichtigste nationale Trophäe gegeneinander. Das ist ebenso Ausdruck für die Entwicklung der Machtverhältnisse im deutschen Fußball wie der Fakt, dass Dortmund den Pokal in dieser Zeit nur ein Mal gewann.

Der Meister gegen den Zweiten der Bundesliga: Auch in diesem Jahr ist das Pokalfinale zwischen den Bayern und dem BVB wieder das Spiel zwischen den beiden besten Mannschaften der Saison. Aber diesmal ist es mehr ein Duell der Trainer als eines der erfolgreichsten und dominierenden Klubs der vergangenen Jahre.

Thomas Tuchel hat die Borussia in seinem ersten Jahr wieder an die Spitze geführt - soll heißen: auf den Platz hinter den Münchnern, aber immerhin mit großem Abstand auf die Verfolger. In Zahlen sind es 18 Punkte auf den Bundesligadritten aus Leverkusen. Nun könnte der 42-Jährige in seinem ersten Endspiel gleich seinen ersten Titel gewinnen. Er könnte, er muss aber nicht. Für Dortmund war es wichtig, den Bruch nach sieben insgesamt erfolgreichen Jahren mit Jürgen Klopp gut zu überstehen. Dass die letzte Saison unter Klopp zugleich die schlechteste gewesen war, kam erschwerend hinzu. Tuchel hat alle Erwartungen erfüllt, der Pokalsieg wäre eine Zugabe.

Der Druck liegt eindeutig beim Gegner. Auch das liegt wiederum am Trainer. Das Pokalfinale ist das letzte Pflichtspiel für Pep Guardiola beim FC Bayern. Und es ist die letzte Chance, nicht nur seinen Abschied versöhnlich zu gestalten, sondern schon rückblickend seine ganze dreijährige Amtszeit in München entsprechend zu beenden. Das große Ziel, der Gewinn der Champions League, wurde nicht erreicht. Dafür hat sich Guardiola tatsächlich schon entschuldigt: »Sorry, aber ich war nicht perfekt.« Das nationale Double sollte es jetzt nach 2014 dann aber noch mal sein.

Entsprechend ernst nehmen die Münchner das Spiel. Schon am Donnerstag kamen sie nach Berlin, einen Tag vor den Dortmundern. »Alles was vorher war, dass wir Meister sind, das zählt alles nicht«, gab Torwart Manuel Neuer eine klare Devise aus. Und natürlich will auch Guardiola »alles tun, um zu gewinnen.« Schlecht stehen die Chancen für einen Erfolg der Münchner nicht. Sie gehen als Favorit ins Finale. Acht der neun letzten Bundesligaspiele konnten sie gewinnen und auch beim Halbfinalaus in der Champions League gegen Atletico Madrid haben sie recht gut gespielt.

Bei Borussia Dortmund hingegen zeigt die Formkurve nach unten. So weit sogar, dass Trainer Thomas Tuchel nach den beiden letzten Bundesligaspieltagen »gar keine« Vorfreude mehr auf das Pokalfinale gespürt habe. Der BVB hatte erst 0:1 in Frankfurt verloren und dann vor heimischen Publikum 2:2 gegen Köln gespielt. Von der absoluten Topform sei sein Team so weit entfernt wie nie in dieser Saison. Beim Gedanken an das Duell mit den Bayern habe er »kein gutes Gefühl«.

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