Traum? Böses Erwachen!

Ein Abend in Recklinghausen, Calderón und Pasolini und der Dummsatz vom Geld, das Tore schießt

  • Von Hans-Dieter Schütt
  • Lesedauer: ca. 4.5 Min.

Die lichte Zukunft im 20. Jahrhundert: Sie erhellte die Welt - mit Suchscheinwerfern auf Wachtürmen. Das Morgen-Rot entpuppte sich als Morgen-Grauen. Der Kommunismus gewann rasch Boden, und er brauchte ihn - für die Massengräber seiner Reinheit, besser gesagt: seiner Säuberungen.

»Wer sich die Wahrheit nicht austreiben ließ, bekam kein Asyl im Mitgefühl der Funktionärsseelen, die ihre Feigheit und Blindheit und Dummheit Parteilichkeit nannten.« Sagte Pier Paolo Pasolini. Der italienische Schriftsteller und Filmregisseur, 1975 am Strand von Roms Ostia ermordet aufgefunden, vereinte in sich alles, was einen Denker, also: einen einsamen Menschen, ausmacht. Er war Kommunist gegen Moskau, er war Demokrat gegen das Kapital. Er warf einen Blick aufs 20. Jahrhundert, wie ihn Volker Braun hatte: »Hat es nicht die Ideen verbraucht wie die Leiber oder, schlimmer gesagt, die Ideen realisiert, indem es die Leiber verbrauchte? Wo es um den Menschen ...


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