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Deutschland, du Opfer!

  • Von Roberto J. De Lapuente
  • Lesedauer: ca. 3.0 Min.

Nicht Fleiß, Pünktlichkeit oder weiße Socken in Sandalen sind die primären Integrationsparameter in diesem Lande. Der Jammer und das stete Gefühl, betrogen worden zu sein, sind deutsche Tugenden der Berliner Republik.

»Am besten gar nicht mehr hinfahren«, schrieb ein erboster Kommentator irgendwo bei Facebook und bezog sich auf den Eurovision Song Contest. Ein abgekartetes Spiel zwischen den Osteuropäern sei das nämlich. Andere sahen nicht ein, dass Deutschland dieses Event mit so viel Geld ausstattet, nur um am Schluss gedemütigt zu werden. Als eine Kommentatorin einwarf, man sollte vielleicht auch mal mit etwas Distanz die Qualität des deutschen Beitrages hinterfragen, fing sie sich gleich einige verbale Ohrfeigen ein. Dann ging das Schaulaufen der Jämmerlinge weiter. Sie weinten dem an ihnen begangenen Betrug wortreich nach und waren sich einig, künftig nicht mehr mitspielen zu wollen. Und falls Deutschland doch so blöd wäre, auch im kommenden Jahr einen Beitrag zu entsenden, so wollten sie zumindest nicht mehr den Fernseher anschalten. Früher verschränkte man beleidigt die Arme, wenn man schmollte. Heute hämmert man auf eine Tastatur.

Diese Reaktionen waren nicht überraschend. So oder ähnlich läuft es heute so gut wie bei jedem Thema. Der neue Staatsbürger eilt ins Social Media und outet sich als Jammerlappen. Während man die Fragen thematisierte, wie und ob man mit Geflüchteten umzugehen habe, war es nicht anders. Gejammer an allen Fronten. Gemischt mit der larmoyanten Erkenntnis, ganz schrecklich betrogen zu werden. Deutschsein, so hieß es, bedeute immer auch beschissen und wegen der Geschichte gestraft zu sein. Wenn man aber betrachtet, wie dieses Deutschland mit all den Sujets, die die Welt so bereithält, wirklich umgeht, dann muss man allerdings berichtigen: Deutschsein bedeutet ein Klageweib zu sein, das sich so windet und zetert, bis es zornig wird.

Man jammerte über faule Arbeitslose und wähnte sich betrogen. Dann klagte man über Moslems und wol...


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