Werbung

Heimsuchung von 100 000 Fledermäusen

In der australischen Kleinstadt Batemans Bay verängstigen Massen von Graukopf-Flughunden die Einwohner

  • Von Barbara Barkhausen, Sydney
  • Lesedauer: 2 Min.

Bei uns droht die ABOkalypse!

Wir brauchen zahlende Digitalleser/innen.

Unterstütze uns und überlasse die Informationsflanke nicht den Rechten!

Mach mit! Dein freiwilliger, regelmäßiger Beitrag:

Was soll das sein

Wir setzen ab sofort noch stärker auf die Einsicht der Leser*innen, dass linker Journalismus auch im Internet nicht gratis zu haben ist – mit unserer »sanften« nd-Zahlschranke.

Wir blenden einen Banner über jedem Artikel ein, verbunden mit der Aufforderung sich doch an der Finanzierung und Sicherstellung von unabhängigem linkem Journalismus zu beteiligen. Ein geeigneter Weg besonders für nd-Online-User, die kein Abo abschließen möchten, die Existenz des »nd« aber unterstützen wollen.

Sie können den zu zahlenden Betrag und die Laufzeit frei wählen - damit sichern Sie auch weiterhin linken Journalismus.

Aber: Für die Nutzung von ndPlus und E-Paper benötigen Sie ein reguläres Digitalabo.

Eine verirrte Fledermauskolonie hält eine Kleinstadt in Atem. Die Umsiedlung der Tiere wird schwer: Sie stehen unter Naturschutz.

Im Alfred-Hitchcock-Klassiker stürzten sich noch Vögel vom Himmel. In der australischen Kleinstadt Batemans Bay sind es Fledermäuse. Geschätzte 100 000 Tiere und damit rund ein Fünftel der Gesamtpopulation der Graukopf-Flughunde, haben sich in der Küstenstadt mit ihren gerade mal 11 000 menschlichen Bewohnern niedergelassen.

Und diese Bewohner sind alles andere als begeistert von den lautstarken und nicht immer reinlichen Säugetieren. »Ich kann meine Fenster nicht mehr öffnen und meine Wäscheleinen nicht mehr benutzen«, sagte Danielle Smith dem australischen Sender Sky News.

Die Regierung ist inzwischen alarmiert. »Wir hatten so viele Beschwerden von Bürgern, die sich wie Gefangene in ihrem eigenen Heim fühlen, weil sie nicht rausgehen können, die ganze Zeit die Klimaanlage anlassen und die Fenster geschlossen halten müssen«, sagte der Umweltminister des Bundesstaates New South Wales, in dem auch Batemans Bay liegt, dem staatlichen Sender ABC. Das Ganze sei beinahe schon ein »Notstand«, meinte Mark Speakman. Diese Woche genehmigte der Minister deswegen auch 2,5 Millionen australische Dollar (1,6 Millionen Euro), um die Kolonie der Flughunde umzusiedeln.

Wie die Tiere, die in Australien geschützt sind, umgesiedelt werden könnten, wird derzeit noch überlegt. Zur Diskussion stehen Rauch und Lärmbeschallung, Baumfällung oder übergroße aufblasbare Figuren, die die Tiere abschrecken könnten. Unklar ist, warum sich so viele Tiere an einem Ort versammelt haben.

Es gebe genügend andere gute Orte im Südosten von New South Wales, heißt es auf der Website der gemeinde. Allerdings seien die Regionen um Batemans Bay sehr einladend für Fledermäuse - flach, baumbestanden, mit viel Wasser und guten Futterquellen: Zur Nahrung gehört unter anderem eine Eukalyptusart, die gerade blüht, sowie einige andere Regenwaldfrüchte, die derzeit in der Region reifen.

Australien muss immer wieder mit Tier- und Pflanzeninvasionen zurechtkommen. So drohte eine massive Qualleninvasion Anfang 2013 die Fischbestände der südaustralischen Hafenstadt Whyalla auszulöschen.

Im vergangenen Jahr besetzten Spinnen die Kleinstadt Goulburn in New South Wales und überzogen sie mit einem Meer aus Spinnennetzen und erst Anfang diesen Jahres musste Wangaratta im Nordosten Victorias von einer wuchernden Grasart namens »haarige Panik« befreit werden, die ganze Häuser bis zum Dach einwebte.

ndPlus

Ein kleiner aber feiner Teil unseres Angebots steht nur Abonnenten in voller Länge zur Verfügung. Mit Ihrem Abo haben Sie Vollzugriff auf sämtliche Artikel seit 1990 und helfen mit, das Online-Angebot des nd mit so vielen frei verfügbaren Artikeln wie möglich finanziell zu sichern.

Testzugang sichern!

9 Ausgaben für nur 9 €

Jetzt nd.DieWoche testen!

9 Samstage die Wochenendzeitung bequem frei Haus.

Hier bestellen