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Dresden und Leipzig boomen, doch das Umland büßt ein

Sachsen legte im Jahr 2015 erstmals seit der Wende an Bevölkerung zu - regional ist die Entwicklung allerdings sehr unterschiedlich

Die beiden großen Städte in Sachsen boomen seit Jahren. Immer mehr Menschen ziehen dorthin. Doch in den Speckgürteln machen Statistiker einen eher gegenläufigen Trend aus.

Leipzig. Sachsens Landeshauptstadt Dresden legte in den Jahren 2005 bis 2015 kräftig von rund 495 000 auf rund 542 000 Einwohner zu. Auch Leipzig wuchs von knapp 503 000 auf knapp 557 000 Einwohner. Die beiden größten Städte in Sachsen boomen - doch von Dresdens und Leipzigs Bevölkerungszuwachs profitiert das Umland kaum oder gar nicht. Zuwächse verzeichneten dort nur einzelne umliegende Städte, wie das Statistische Landesamt in Kamenz mitteilte. Sonst gab es überwiegend rückläufige Entwicklungen.

Bei Dresden konnten in dem Zeitraum zum Beispiel Freital um 423 auf 39 604 und Wildsdruff um 160 auf 13 922 Einwohner zulegen. Verluste mussten dagegen Städte wie Kipphausen, Pirna und Coswig hinnehmen, wie aus den Angaben weiter hervorgeht.

Im Speckgürtel von Leipzig konnten selbst gute Bahn- und Straßenanbindungen von Kommunen einen Einwohnerschwund nicht verhindern, wie das Amt weiter mitteilte. Weder Borna, Delitzsch, Grimma, Schkeuditz und Wurzen konnten an der Anziehungskraft der Messestadt teilhaben.

Sachsen legte im Jahr 2015 erstmals seit der Wende an Bevölkerung zu. In dem Jahr stieg nach Angaben des Innenministeriums die Zahl der Einwohner um rund 10 000. Insgesamt leben derzeit etwa vier Millionen Menschen im Freistaat (am Stichtag 31. Dezember 2015 waren es genau 4 055 274). 1990 lag die Bevölkerungszahl noch bei 4,78 Millionen, ging dann aber bis 2014 jedes Jahr zurück.

Nach einer Berechnung des Statistischen Landesamtes soll der positive Trend in den kommenden vier Jahren noch anhalten. Grund sind die weiterhin hohe Geburtenrate, die höhere Zuwanderung und die weiter steigende Lebenserwartung. Derzeit leben rund 117 000 Ausländer im Freistaat. Der Anteil ausländischer Mitbürger an der Gesamtbevölkerung liegt mit 2,9 Prozent deutlich unter dem Bundesdurchschnitt von 9,3 Prozent.

Auch ansonsten ist die Entwicklung regional unterschiedlich. Nur in den Städten Leipzig und Dresden wird wohl die Zahl der Einwohner bis zum Jahr 2030 weiter wachsen, im Erzgebirge wird sie am stärksten sinken. Prognosen zufolge wird bis zum Jahr 2030 die Zahl der Einwohner in Leipzig auf 720 000 steigen, in der Landeshauptstadt soll sie dann bei 588 000 liegen. dpa/nd

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