Eine Stadt zieht um

Das schwedische Kiruna weicht dem Erz und wird einige Kilometer östlich wiedererrichtet

  • Von Bengt Arvidsson, Stockholm
  • Lesedauer: ca. 2.0 Min.

Die nordschwedische Stadt Kiruna wird ab 2019 ausgelöscht und ein paar Kilometer weiter östlich neu erbaut. Ein Erzbergwerk benötigt den Platz. Der Grubenbetreiber entschädigt die Bewohner großzügig.

Johanna Lindgren hat zu tun. In ihrem Kleiderladen stehen die Kunden Schlange. »Wir müssen unser Lager vor dem Stadtumzug leer bekommen und verkaufen alles verbilligt«, erklärt sie. Bald wird es ihr nun schon in der vierten Generation betriebenes Familiengeschäft, an dem in blauen Lettern »Zentrum« steht, nicht mehr geben. Die nordschwedische Stadt Kiruna wird bis 2019 wegen der Eisenerzförderung komplett umgesiedelt.

Privat ist die 31-jährige Lindgren schon umgezogen, in ein »schöneres, größeres Haus«. Alle Bewohner Kirunas bekommen vom Grubenbetreiber den Marktpreis für ihr altes Haus und zusätzlich 25 Prozent. »Da kann man sich im neuen Kiruna was Besseres leisten«, sagt sie zufrieden. Die Bewohner seien zuversichtlich wegen der »Wiedergeburt« weiter östlich.

Die 20 000 Einwohner zählende Grubenstadt ist hässlich - ein rauer Ort, 145 Kilometer nördlich des Polarkreises. Kirunas Wert liegt unter der Erde. In 1365 Met...


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