Experte: Beipackzettel gar nicht erst lesen

Berlin. Einbildung kann nicht nur heilen, sondern auch krank machen. Dieser Nocebo genannte Effekt basiert wie beim Placebo - einem Arzneimittel ohne Wirkstoff - auf der Erfüllung einer Erwartung, wie die »Apotheken Umschau« berichtet. Beim Nocebo kann das Studieren des Beipackzettels krank machen, man hat Schmerzen ohne Ursache, Arzneien wirken schlechter oder gar nicht. Auch die Patienten selbst können den Nocebo-Effekt eindämmen. »Beipackzettel werden nicht gemacht, um die Patienten angemessen zu informieren, sondern um möglichen Schadensersatzansprüchen der Patienten vorzubeugen«, so er Psychosomatiker Winfried Häuser vom Klinikum Saarbrücken. Wenn sich Patienten vom verschreibenden Arzt gut über die wesentlichen Nebenwirkungen informiert fühlten, sei es eine sinnvolle Strategie, den Absatz »Nebenwirkungen« im Beipackzettel nicht so gründlich oder gar nicht zu lesen. nd

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