Werbung

Sorbische Denkanstöße

LESEPROBE

Echt jetzt? Ihr wollt Geld von mir?

Ja, herrgottnochmal, es kostet!

Auch, wenn's nervt – wir müssen die laufenden Kosten für Recherche und Produktion decken.

Also, mach mit! Mit einem freiwilligen regelmäßigen Beitrag:

Was soll das sein

Wir setzen ab sofort noch stärker auf die Einsicht der Leser*innen, dass linker Journalismus auch im Internet nicht gratis zu haben ist – mit unserer »sanften« nd-Zahlschranke.

Wir blenden einen Banner über jedem Artikel ein, verbunden mit der Aufforderung sich doch an der Finanzierung und Sicherstellung von unabhängigem linkem Journalismus zu beteiligen. Ein geeigneter Weg besonders für nd-Online-User, die kein Abo abschließen möchten, die Existenz des »nd« aber unterstützen wollen.

Sie können den zu zahlenden Betrag und die Laufzeit frei wählen - damit sichern Sie auch weiterhin linken Journalismus.

Aber: Für die Nutzung von ndPlus und E-Paper benötigen Sie ein reguläres Digitalabo.

In fast allen europäischen Ländern leben nationale Minderheiten, mit anderer Sprache, Kultur und Tradition als die Mehrheit. Das Zusammenleben unterschiedlicher Ethnien ist höchst selten konfliktfrei. Mitunter sind die Rechte der Minderheit gut in Gesetzesform gegossen und auch realisiert. Oft jedoch dominieren Konflikte den staatlichen und gesellschaftlichen Umfang mit ethnischen Minderheiten.

Das zeigt z. B. die Behandlung der Sinti und Roma in sehr vielen europäischen Staaten. Auch die ethnischen Konflikte in Nachfolgestaaten der Sowjetunion, in der es anstelle des seinerzeit behaupteten freiwilligen Zusammenschlusses aller Nationalitäten zur neuen Ethnie des sog. Sowjetvolkes vor allem Russifizierung und Assimilation gab, sind ein Beleg. Konflikte existieren im Umgang mit Juden, Balten und Ukrainern in Polen ebenso wie in den Spannungen zwischen Slowakei und Ungarn. Streitigkeiten werden sichtbar im politischen Geschacher zwischen Bulgarien, Serbien, Griechenland und der Türkei um die Makedonier. Der Entzug des Wahlrechts für die russische Minderheit in Lettland mithilfe ihrer Definition als »Nichtbürger« oder Versuche Lettlands und der Ukraine, russische Minderheiten den Gebrauch ihrer Muttersprache in der Öffentlichkeit zu verbieten, sind deutliche Repressionen ...

Nicht alle, aber sehr viele Probleme im Umgang mit ethnischen Minderheiten existieren seit Ende des Ersten Weltkrieges bzw. haben sich damals verschärft. Einer, der in dieser Zeit nach Lösungen für ein gerechtes und friedliches Zusammenleben von Menschen unterschiedlicher Nationalität suchte, war der Sorbe Jan Skala, von 1925 bis 1936 Chefredakteur der »Kulturwehr«, der Zeitschrift des seit 1924 existierenden Verbandes der nationalen Minderheiten in Deutschland. Die gründliche Analyse dieses Journals half, das Werden und Wachsen von Skalas Anschauungen ... detailliert zu erfassen. Vor allem zeigte sie, wie er sich mit nationalistischen, minderheitsdiskriminierenden Praktiken und »Theorien« auseinandersetzte. Zugleich zeigte sie Skalas geistige Unabhängigkeit, die sich auch durch Bespitzelung, Verleumdung und Verhaftung nicht zerstören ließ ... Jedes Eintreten für die Menschenrechte ethnischer Minderheiten ist unabdingbar antifaschistisch, demokratisch und partiell antikapitalistisch.

Aus Peter Kroh »Minderheitenrecht ist Menschenrecht. Sorbische Denkanstöße zur politischen Kultur in Deutschland und Europa« (Beggerow, 485 S., br., 16,90 €).

ndPlus

Ein kleiner aber feiner Teil unseres Angebots steht nur Abonnenten in voller Länge zur Verfügung. Mit Ihrem Abo haben Sie Vollzugriff auf sämtliche Artikel seit 1990 und helfen mit, das Online-Angebot des nd mit so vielen frei verfügbaren Artikeln wie möglich finanziell zu sichern.

Testzugang sichern!

9 Ausgaben für nur 9 €

Jetzt nd.DieWoche testen!

9 Samstage die Wochenendzeitung bequem frei Haus.

Hier bestellen