Merkel reicht's mit der CSU

Die CDU-Vorsitzende will Störfeuer aus München nicht länger dulden

  • Von Peter Richter
  • Lesedauer: ca. 3.5 Min.

Der Konter kam – wie bei Angela Merkel zumeist – unspektakulär, aber überraschend. Nach Monaten öffentlichen Schweigens nutzte die CDU-Vorsitzende ein Zeitungsinterview – nicht etwa, um Horst Seehofer direkt zu antworten, sondern – viel schlimmer – den bayerischen Übervater Franz Josef Strauß gegen ihn zu interpretieren. Dessen Satz, dass es rechts von der Union keine demokratisch legitimierte Kraft von politischer Relevanz geben dürfe, gelte für sie dann nicht, wenn um Menschen an die Union zu binden, »Prinzipien relativiert oder gar aufgegeben werden müssten, … Prinzipien, die für unser Land wie auch die Union konstitutiv sind, die den Kern unserer Überzeugungen ausmachen«.

Nicht nur, dass Merkel damit Seehofer unterstellte, von diesen Prinzipien abweichen zu wollen; sie machte sich dazu des unerhörten Frevels schuldig, Strauß für sich zu vereinnahmen, der schließlich auch gesagt hatte: »Wir wollen mit rechtsradikalen Narren und...


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