Diese Website verwendet Cookies. Wir können damit die Seitennutzung auswerten, um nutzungsbasiert redaktionelle Inhalte und Werbung anzuzeigen. Mit der Nutzung der Seite stimmen Sie der Verwendung von Cookies zu. Unsere Datenschutzhinweise.
Werbung

Massenprotest statt Fanmeile

Senat berät umstrittene Reform des Arbeitsgesetzes in Frankreich / 
Gewerkschaften und linke Gruppen rufen zu Demonstrationen

Berlin. Der Unmut gegen die Reform des Arbeitsrechts in Frankreich könnte schon jetzt kaum größer sein. An diesem Dienstag wollen wieder zehntausende Gewerkschafter, Schüler und Studenten sowie Anhänger der Bewegung »Nuit Debout« (Die Nacht über wach) gegen die Pläne der Regierung von Manuel Valls in Paris demonstrieren. Kurz zuvor wurde bekannt, dass mit der Lesung des Gesetzes im Senat, mit dem eine Flexibilisierung auf dem Arbeitsmarkt erreicht werden soll, nicht etwa auf den Protest eingegangen wird. Vielmehr soll die Reform sogar noch verschärft werden. In der zweiten Parlamentskammer verfügt die konservative Opposition über die Mehrheit. Sie will Entlassungen noch weiter vereinfachen.

Mit der zu befürchtenden Gesetzesverschärfung wächst der Protest der Gegner - trotz der laufenden Fußballeuropameisterschaft im Land. »Wenn ich zwischen der EM und meiner Zukunft wählen muss, dann wähle ich meine Zukunft«, sagt dazu der Soziologe und Aktivist Hadrien Clouet im nd-Interview. Er habe kein Problem damit, die EM zu sabotieren. »Wenn die Regierung uns dazu drängt, bleibt uns keine andere Wahl. Sie setzt sich einfach über das Parlament hinweg und drückt ein Gesetz durch, obwohl es die Mehrheit der Franzosen ablehnt«, so der Doktorand am Pariser Institut für politische Studien Sciences Po.

Die Regierung verteidigte die Reform erneut. Ziel sei es, gegen wachsende soziale Unsicherheit mit zahlreichen befristeten Arbeitsverträgen vorzugehen, sagte Arbeitsministerin Myriam El Khomri am Montag vor den Senatoren. nd Seite 2

Dieser Artikel ist wichtig! Sichere diesen Journalismus!

Besondere Zeiten erfordern besondere Maßnahmen: Auf Grund der Coronakrise und dem damit weitgehend lahmgelegten öffentlichen Leben haben wir uns entschieden, zeitlich begrenzt die gesamten Inhalte unserer Internetpräsenz für alle Menschen kostenlos zugänglich zu machen. Dennoch benötigen wir finanzielle Mittel, um weiter für sie berichten zu können.

Helfen Sie mit, unseren Journalismus auch in Zukunft möglich zu machen! Jetzt mit wenigen Klicks unterstützen!

Unterstützen über:
  • PayPal
  • Sofortüberweisung

Solidarisches Berlin und Brandenburg

Corona ist nicht nur eine Gesundheitskrise. Es ist auch eine Krise des Sozialen. Wir beobachten alle sozialen und sozioökonomischen Entwicklung in der Hauptstadtregion, die sich aus der Verbreitung des Coronavirus ergeben.

Zu allen Artikeln