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Flüchtlinge sind Europa zum Fraß vorgeworfen

Syrische Schauspielerin will sich für das »Zentrum für Politische Schönheit« fressen lassen

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»Ich habe keine Angst vor den Tigern. Sie sind barmherziger als Menschen.« Mit diesen Worten verkündete die aus Syrien geflohene Schauspielerin May Skaf am Montag in Berlin ihre Entscheidung, sich in acht Tagen von Tigern fressen zu lassen: Falls Die Bundesregierung sich nicht dazu entschließen sollte, Fluglinien den Transport von Flüchtlingen ohne Visum zu erlauben.

Die emotionale Rede Skafs war der Mittelpunkt einer von der Künstlerinitiative »Zentrum für Politische Schönheit« einberufenen Pressekonferenz zu ihrer umstrittenen Aktion »Flüchtlinge Fressen«. Vor dem Maxim-Gorki-Theater hat die Gruppe seit Donnerstag einen Käfig mit vier libyschen Tigern aufgebaut. Zudem werden Spenden gesammelt, um am 28. Juni 100 Flüchtlinge in einem eigenen Flugzeug von Izmir sicher nach Deutschland fliegen zu lassen. Sollte die Regierung den Flug nicht durchlassen, wollen sich sieben Flüchtlinge von den Tigern fressen lassen.

Flüchtlinge Fressen - Provokante Kunst Aktion vom Zentrum für politische Schönheit

»50 Prozent der Finanzierung wurden innerhalb von vier Tagen gesammelt«, sagte der Künstlersprecher Philipp Ruch am Montag. Die restlichen 40.000 Euro kämen in den kommenden acht Tagen zusammen. »Die Bundesregierung entscheidet wie römische Imperatoren, ob diese Menschen leben dürfen – oder in Schlepperhänden möglicherweise den Tod finden sollen«, so Ruch.

Das Innenministerium bezeichnete die Kampagne am Freitag als »zynisch«. Medienberichten zufolge droht zudem das Ordnungsamt damit, dem Künstlerkollektiv die Genehmigung für die Aktion zu entziehen. Die BILD-Zeitung zitierte den Leiter des Berliner Straßen- und Grünflächenamts am Donnerstag mit den Worten: »Die umstrittene politische Veranstaltung ist nicht genehmigt.« Eine Sprecherin des Zentrums, Cesy Leonard, sagte am Montag, der drohende Genehmigungsentzug sei damit begründet, das das Wort »Flüchtlinge« im Titel der Veranstaltung vorkomme. Dieser Begriff verweise darauf, dass es sich um keine Kunstaktion, sondern eine politische Demonstration handele. Die Tiger und die Arena hingegen seien »ok«.

Mit ihrer Kampagne kritisiert das Zentrum die EU-Richtlinie 2001/51/EG, die Fluggesellschaften mit hohen Strafen belegt, wenn sie Passagiere befördern, die kein Visum vorweisen können. Dieser Paragraf habe tausende Flüchtlinge zur tödlichen Überfahrt von der türkischen oder libyschen Küste nach Europa gezwungen, sagte Skaf. »Für uns bedeutet das Mittelmeer jetzt nur noch Tod«, rief sie mit in Tränen erstickter Stimme. »Dies ist nicht länger mein Spiel. Es ist Ihres.«

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