Vollkommen migrantenfrei

Die Feuilleton-EM-Kolumne

  • Von Jürgen Amendt
  • Lesedauer: ca. 2.0 Min.

Fußball ist weniger eine Sportart, vielmehr ist es ein Bildungserlebnis: Was die Namen der Spieler angeht zum Beispiel. Und wo sich gerade ein Zehntel der Einwohnerschaft Bielefelds auf den Tribünen ballt.

Die Italiener haben einen Éder. Zunächst dachte ich, er muss Vorfahren aus Bayern haben, schließlich gibt es in der bayerischen Populärliteratur die Figur des »Meister Eder«. Dann klärte mich allerdings ARD-Reporter Steffen Simon beim Auftaktspiel der Italiener gegen die Belgier darüber auf, dass Éder aus Brasilien stammt. Einen Tag später lief beim Spiel Portugal gegen Island abermals ein Éder auf, diesmal für Portugal. Die TV-Moderatoren gehen mit der Namensvielfalt der Fußballspieler mittlerweile sehr polyglott um. Man hat sich längst daran gewöhnt, dass ein Gomez für Deutschland spielt und ein Gomes für Portugal. Es könnte auch ein Gomez für Spanien auflaufen, wenn es denn einen gäbe, der derzeit gut genug für die spanische Nationalmannschaft wäre.

Die Isländer, die, wie Oliver Welke vom ZDF in der Halbzeitpause ihres ersten Spiels mehrfach erklärte, gerade mal so ...

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