Ein Koffer voll Hoffnung

Luiz Ruffato erhält den Hesse-Preis

  • Von Ute Evers
  • Lesedauer: ca. 2.5 Min.

Schriftsteller, die den Armen, Marginalisierten, von der Gesellschaft Vergessenen eine Stimme verleihen? Gibt es spätestens seit dem 19. Jahrhundert! Doch nicht allen gelingt es, über diese Menschen authentisch zu schreiben - noch seltener stammen die Autoren aus dem sozialen Milieu, von dem sie erzählen wollen. Anders bei Luiz Ruffato.

1961 in Cataguases im brasilianischen Bundesstaat Minas Gerais geboren, gehörte Ruffato einer Arbeiterfamilie an. Seine Mutter war Waschfrau und sein Vater Popcornverkäufer. Wie er ein erfolgreicher Schriftsteller wurde, ist eine andere Geschichte, aber sicher ließe sie sich wie ein modernes Märchen lesen. Seiner Figuren können von einem sozialen Aufstieg nur träumen, wie etwa Sérgio de Souza Sampaio, der Ich-Erzähler in Ruffatos neuem Roman »Ich war in Lissabon und dachte an dich«.

Serginho, 36 Jahre alt, in Cataguases geboren, steht zwar nicht auf der Seite der sozialen Gewinner. Doch er kam...


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